The Mercury Column

1896 · Mercury Sphygmomanometer · Werk 1001 von 1.871

A physician's consulting room in a hospital in Turin on a spring morning, on a walnut table by a shuttered window a slender mercury manometer thirty-two centimetres tall, a thin glass tube before a narrow grey tin plate tapering to a point, plain and unmarked, a silver thread of mercury halfway up, at its foot a round glass reservoir with two bent glass stubs on a black half-round cast-iron foot, orange-red rubber tubes running to a folded beige cloth cuff and to a black rubber bulb with a brass valve, a hand in a dark frock-coat sleeve turning the valve, an empty bentwood chair beside it, soft green-tinted light.

Wofür es benutzt wurde
Scipione Riva-Rocci beschrieb sein Quecksilber-Sphygmomanometer 1896 in der Gazzetta Medica di Torino (Bd. 47, Nr. 50 und 51, S. 981–996). Eine Gummimanschette um den Oberarm wurde aufgeblasen, bis die Arterie zugedrückt war und der Puls verschwand; den dafür nötigen Druck las man an einer Quecksilbersäule ab. Der Gummischlauch hatte nach dieser Quelle 4 bis 5 cm Durchmesser und war mit Stoff überzogen, damit er sich nicht ausdehnte. Harvey Cushing sah eine Vorführung in Italien und brachte eine Manschette nach Johns Hopkins mit; verbreitet war das Verfahren damit zunächst nicht.
Was daran neu war
Was das Gerät konnte und das von Basch nicht: Basch drückte mit einem wassergefüllten Gummiball gegen die Arterie, bis der Puls distal verschwand. Riva-Rocci legte eine Manschette rund um den Oberarm und las den Druck an einem Quecksilbermanometer ab — nach Darstellung der anästhesiegeschichtlichen Übersicht in Anaesthesia and Intensive Care war seines endlich ein Gerät, das sich in der klinischen Praxis gebrauchen ließ. Der Fehler steckte in genau dem Teil, das den Fortschritt brachte: Nach der Darstellung in den Proceedings of the Royal Society of Medicine war die nur 5 cm breite Manschette der Hauptmangel des Verfahrens, weil ihre Kanten in spitzem Winkel in die Haut drückten und örtliche Druckspitzen erzeugten. Heinrich von Recklinghausen erkannte das 1901 und ersetzte sie durch eine rund 12 cm breite.

Was die Quellen offenlassen: Die Proceedings beziffern den Fehler der schmalen Manschette nicht; sie nennen die Messungen nur "mildly inaccurate" — eine Zahl für den Messfehler gibt es dort nicht. Die Angabe 4 bis 5 cm in der anästhesiegeschichtlichen Arbeit bezeichnet den Durchmesser des Gummischlauchs; die 5 cm Manschettenbreite stammen aus den Proceedings. Beides ist hier getrennt gehalten.

Zum Weiterlesen