The Salt-Water Jars

1908 · String Galvanometer Electrocardiograph · Werk 1004 von 1.871

A university physiology room in Edinburgh on a snowy January afternoon, on a long red-brown wooden table a string galvanometer of black lacquered tubes and blocks on a grey granite slab between two broad magnet coils covered in wine-red leather, brass knurled screws and a round lens on a swinging arm, at the left end a tall wooden camera tower, a black switch panel with knobs along the table front, three white porcelain jars of clear salt water beside an empty wooden armchair with a grey blanket over its arm, a hand in a white coat sleeve setting a brass screw, low snow light and the glow of a coal fire.

Wofür es benutzt wurde
Einthovens Saitengalvanometer zeichnete die elektrische Tätigkeit des Herzens auf. Ein versilberter Quarzfaden von rund 3 μm Dicke hing zwischen den Polen eines sehr großen Elektromagneten, der einen ständig durchströmten Wassermantel brauchte, damit er nicht überhitzte; die Bewegung des Fadens wurde stark vergrößert fotografiert. Als Elektroden dienten große Gefäße mit Salzlösung, in die der Untersuchte Hände und Füße tauchte. Die Anlage wog nach dieser Darstellung 600 Pfund, füllte zwei Räume und erforderte 5 Bedienende. 1905 begann Einthoven, Ableitungen über ein 1,5 km langes Telefonkabel aus dem Krankenhaus in sein Labor zu übertragen; das erste "Telekardiogramm" entstand am 22. März.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist die Empfindlichkeit: Nach der Zeittafel von ecglibrary.com rechnete Einthoven 1909 vor, sein Galvanometer sei viele tausend Mal empfindlicher als das ähnliche System von Ader; einstellen ließ sie sich durch Spannen oder Lockern des Fadens. Bezahlt wurde das mit dem Gegenteil von Handlichkeit — der Patient saß mit Händen und Füßen in Salzwassergefäßen, während 5 Personen eine 600 Pfund schwere Maschine bedienten. In die Klinik ging es trotzdem: Nach der Zeittafel von ecglibrary.com kaufte 1908 Edward Schafer von der University of Edinburgh als Erster ein Saitengalvanometer für den klinischen Gebrauch; 1909 folgten Thomas Lewis am University College Hospital in London und Alfred Cohn am Mount Sinai Hospital in New York.

Was die Quellen offenlassen: Den Hersteller des 1908 gekauften Geräts nennt die Zeittafel nicht; die Cambridge Scientific Instrument Company erscheint dort nur zum Jahr 1903, als Einthoven mit Max Edelmann und Horace Darwin über eine gewerbliche Fertigung sprach. Ob Schafers Gerät das erste gewerblich gelieferte Exemplar war, steht nicht in der Quelle — nur, dass er der erste Käufer für den klinischen Gebrauch war.

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