1930 · Thorium Contrast Medium · Werk 1013 von 1.871
A bare room with pale grey plastered walls and worn floorboards in the thin cold light of a winter dawn from one tall window, in the middle a single long table of scrubbed pale wood, clear from end to end apart from one small find at its centre, a squat brown glass vial eight centimetres tall with a blue screw cap, wrapped in a plain cream band edged with two thin green stripes, beside it a tall narrow cream folding carton standing upright, plain and smooth on every face, the long pale shadow of the window frame across the table, fine dust in the slanting light.
Wofür es benutzt wurde
Thorotrast war ein Röntgenkontrastmittel: eine stabilisierte kolloidale Suspension mit 25 % Thoriumdioxid, entwickelt bei der Chemischen Fabrik von Heyden in Radebeul. Weil Thorium die Ordnungszahl 90 hat, hält es Röntgenstrahlen gut auf; das ORAU-Museum nennt als Grund der Beliebtheit die dadurch "excellent images". Gespritzt wurde es in Blutgefäße, um diese darzustellen, und in Körperhöhlen; die übliche Gabe lag nach mta-r.de bei etwa 20 ml, unverdünnt intravenös oder intraarteriell. Rund 90 % der Behandelten erhielten es nach Darstellung eines radiologiegeschichtlichen Aufsatzes zur Karotisangiografie. Egas Moniz fertigte damit am 14. Oktober 1931 das erste zerebrale Arteriogramm mit Thorotrast an.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist, was das Mittel tat, nachdem das Bild gemacht war: Es wurde nicht ausgeschieden, sondern lagerte sich in Leber, Milz und Knochenmark ab. mta-r.de gibt die biologische Halbwertszeit mit etwa 400 Jahren an; natürliches Thorium besteht zu 100 % aus Th-232 mit 14,05 Milliarden Jahren Halbwertszeit. Das ORAU-Museum schätzt die Dosisleistung auf etwa 25 rad pro Jahr für die Leber, 70 für die Milz und 10 für das Knochenmark — jedes Jahr, lebenslang. Die Tumoren erschienen 20 bis 30 Jahre später (ORAU) beziehungsweise nach 30 bis 35 Jahren (mta-r.de): Gallengangskarzinome, Leberangiosarkome, Nasennebenhöhlenkarzinome. Die Deutsche Thorotraststudie verfolgte dazu 2.326 Thorotrast-Patienten gegen 1.890 Kontrollpersonen.
Was die Quellen offenlassen: Das Einführungsjahr wird verschieden angegeben: mta-r.de nennt 1929, der radiologiegeschichtliche Aufsatz die Identifizierung des Hydrosols 1928 und die Vermarktung ab 1931. ORAU nennt 1930 bis 1955 als Zeitraum der Anwendung. Die Zahl der Behandelten ist eine Schätzung: ORAU schreibt "several million", der Aufsatz 2 bis 10 Millionen weltweit. Beide Latenzangaben sind Spannen.