The Blind Camera

1950 · Gastric Film Camera · Werk 1018 von 1.871

An examination room of a university hospital in Tokyo on a rainy June morning, white tiled walls, a rain-streaked steel window, on a white enamel table a flexible black ribbed tube seventy centimetres long in a wide curve, at its front end a short clear capsule with a rounded silver tip and a sliver of amber film inside, at its rear a copper-brown handle with a flat silver and black control box and a round knurled knob, every metal surface plain, a hand in a white coat sleeve on the handle, thumb on the knob, beside it a white kidney dish and a short strip of developed film hanging from a clip.

Wofür es benutzt wurde
Fotografieren im Magen. Die Japan Society of Mechanical Engineers datiert die Aufgabe auf 1949 und den Prototyp "Gastrocamera GT-I" auf 1950: das Objektiv sitzt am Ende eines biegsamen Schlauchs, belichtet wird durch Handbetätigung einer Miniaturlampe, der Film wird durch Ziehen an einem Draht weitertransportiert. Zu lösen waren ein sehr kleines Objektiv, eine starke Lichtquelle, das Schlauchmaterial, ein geeigneter Film und die Dichtheit gegen Wasser. Ein Aufsatz von Sachio Takasu (1982) in der Zeitschrift der japanischen Endoskopiegesellschaft nennt T. Uzi, Chirurg am Zweigkrankenhaus der Universität Tokio, zusammen mit den Olympus-Ingenieuren M. Sugiura und M. Fukami; auf einem 30 cm langen Filmstreifen ließen sich 25 bis 30 Bilder aufnehmen.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, dass fotografiert wurde, ohne zu sehen. Der Arzt sah nicht in den Magen; laut Takasu orientierte er sich am Blitz, der durch die Bauchdecke schien, und sah das Bild erst nach dem Entwickeln; was auf dem Streifen lag, entschied sich im Labor, nicht am Patienten. Nach Takasu wurde dem Gerät erst 1964 ein Fiberskop beigegeben (GTF), und erst damit wurde "photographing under visual control became possible" - 14 Jahre lang blieb das Bild blind. Verbreitung fand die Bauart laut derselben Quelle mit dem fünften Modell GT-V, das dann "many doctors" benutzten, auch bei Reihenuntersuchungen gegen Magenkrebs.

Was die Quellen offenlassen: Die JSME nennt keine Namen und bezeichnet das GT-I von 1950 ausdrücklich als Prototyp; Takasu nennt die Namen, schreibt den Chirurgen aber "T. Uzi". Beide Quellen nennen weder Stückzahlen noch Preise, und keine beziffert, wie viele Menschen in den Reihenuntersuchungen untersucht wurden. Takasu nennt als Orientierung beim Fotografieren den Blitz, der durch die Bauchdecke schien; dass der Arzt nicht in den Magen sah, folgt aus der Angabe zu 1964.

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