1912 · Vanadium Steel Bone Plates · Werk 1043 von 1.871
The instrument room of a hospital in Pittsburgh on a hazy summer morning, through a tall window the orange haze and chimneys of steel works, on a white enamelled iron table a small open case twenty-five centimetres long in black grained leather, lined with violet velvet, plain from edge to edge, in it nine narrow steel bone plates, tarnished dark with a bluish sheen, each with a waisted outline and two to eight round holes, beside them cream ivory plates, two smooth straps and three set with rows of short ivory pins, a brass clip, a screwdriver, a glass-fronted instrument cabinet behind, two hands in white cotton gloves lifting one steel plate.
Wofür es benutzt wurde
Knochenplatten und Schrauben aus Vanadiumstahl für die innere Schienung von Brüchen. Sherman veröffentlichte sie 1912 unter "Vanadium steel bone plates and screws" in Surgery, Gynecology and Obstetrics, Band 14, ab Seite 629. Wie weit die Bauart reichte, zeigt ein Datum aus derselben Arbeit: 1930 schrieb der auf Bitte des American College of Surgeons beim Bureau of Standards erarbeitete Standard für Platten der Sherman-Bauart noch Vanadiumstahl der Sorte SAE 6150 vor, mit 0,45 bis 0,55 Prozent Kohlenstoff und 0,8 bis 1,1 Prozent Chrom; gewählt war diese Legierung nach Marin und Lanzutti "following the recommendation of the engineers of the Carnegie Steel Company", wegen ihrer Oberflächenhärte und ohne physiologische Prüfung.
Was daran neu war
Neu war der Werkstoff, nicht das Verfahren. Hansmann beschrieb 1886 eine Plattenfixierung, und Hernigou und Pariat nennen Arbuthnot Lane und Albin Lambotte die Begründer der Methode, "which was further developed by Sherman in the first part of the 20th century". Vanadiumstahl war mechanisch fester. Bezahlt wurde elektrochemisch: Marin und Lanzutti führen gemessene Spannungen von 44 mV zwischen Sherman-Platte und zugehörigen Schrauben an, 66 mV bei Lambotte und 52 mV in der Mischung aus beiden - während Masmonteil inerte Metalle mit etwa 0,21 mV am isoelektrischen Punkt des Knochens empfahl. Die Urteile über seine Schwäche gehen auseinander: Szczęsny und Mitarbeiter bescheinigen dem Stahl "inadequate corrosion resistance", Uhthoff, Poitras und Backman dagegen schreiben, beide Bauarten seien "abandoned as a result of their insufficient strength" worden.
Was die Quellen offenlassen: Die Endseite 634 geben Uhthoff u. a. an ("14:629-34"), Hernigou/Pariat drucken "629-3440". Dass Sherman Werksarzt der Carnegie Steel Company war und Hüttenarbeiter versorgte, ist in keiner geöffneten Quelle belegt; belegt ist nur der Rat der Carnegie-Ingenieure zur Legierung des Standards von 1930. Zur Plattenform nennen Marin und Lanzutti nur abgerundete Kanten, zu selbstschneidenden Schrauben fand sich nichts, Shermans Patent war nicht abrufbar. Die Arbeit von 1912 selbst wurde nicht gelesen.