The Cloverleaf Nails

1939 · Intramedullary Steel Nail · Werk 1050 von 1.871

The instrument room of a surgical clinic in Kiel on an autumn night, dark blue paper fixed over the windows, a single shaded lamp above a white tiled bench, on it a cream cotton roll bag laid open, stained and worn, with long rows of narrow pockets, plain from edge to edge, in them high-polished steel nails with a cloverleaf cross-section and a slot along their length, the longest forty-four centimetres, one slightly bent, the thinnest eight centimetres, small eyelets at their ends, a hand drawing one long gleaming nail from its pocket, beside the bag a nickel sterilising drum, a steel hammer and a slender steel driving rod.

Wofür es benutzt wurde
Oberschenkelbrüche lagen bis dahin wochenlang im Streckverband. Gerhard Küntscher trieb am 9. November 1939 in der Kieler Chirurgischen Klinik erstmals einen Stahlnagel durch den Markraum eines menschlichen Oberschenkels; der Patient war ein Ingenieur, der in ein Trockendock gestürzt war. Der Nagel verklemmte sich elastisch im Markkanal; die Operierten konnten nach wenigen Tagen wieder gehen. Im Krieg wurde das Verfahren an Verwundeten beider Seiten angewandt, auch an Kriegsgefangenen.
Was daran neu war
Der Nagel von 1939 hatte einen V-förmigen Querschnitt; den Kleeblattquerschnitt des Titels datiert eine Übersicht in Orthopedic Reviews auf die späten 1940er Jahre, Markraumbohrer auf 1942 und Verriegelungsschrauben auf 1953. Neu war nicht der Gedanke, Knochen von innen zu schienen, sondern die frühe Belastbarkeit: Lorenz Böhler zeigte sich 1944 überrascht, einen Operierten schon 2 Wochen danach schmerzfrei gehen zu sehen. Als Küntscher das Verfahren im März 1940 in Berlin vorstellte, löste der Vortrag nach seiner eigenen späteren Darstellung einen großen Eklat aus; viele Kollegen fürchteten Infektionen und meinten, das Knochenmark dürfe nicht verletzt werden. Chirurgen in den USA sahen die Methode erst, als heimkehrende Kriegsgefangene die Nägel im Bein mitbrachten.

Was die Quellen offenlassen: Das Bayerische Ärzteblatt nennt den 9. November 1939 und den Kongress im März 1940. Die Böhler-Äußerung ist dort zitiert; die Originalstelle von 1944 wurde nicht eingesehen, deshalb hier nur sinngemäß. Zum Kleeblattquerschnitt schweigen die deutschen Quellen; nur die Übersicht in Orthopedic Reviews datiert ihn, ohne Jahreszahl, auf die späten 1940er Jahre.

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