The Clear Disc

1949 · Intraocular Lens Implant · Werk 1053 von 1.871

The small preparation room of an eye department in a London hospital on a foggy November morning, milky light through a tall steamed window, white tiled walls, on a stainless steel tray laid with a white cotton cloth three shallow glass dishes of clear saline and a row of fine curved steel instruments, a slender copper-coloured eye lamp bending over the tray, an open steel sterilising drum behind, two hands in thin pale brown rubber gloves holding fine forceps above the middle dish, in their tips a tiny clear biconvex disc of acrylic plastic eight millimetres across, catching the lamp light in one bright point.

Wofür es benutzt wurde
Beim Grauen Star entfernte man die getrübte Linse und ließ die Operierten mit dicken Starbrillen zurück. Harold Ridley setzte am St Thomas' Hospital in London einer 45-jährigen Frau eine Scheibe aus Acrylglas an die Stelle der eigenen Linse. Den Werkstoff fand er im Krieg: Splitter aus Flugzeugverglasung, die in den Augen von Piloten steckengeblieben waren, hatte der Körper nicht abgestoßen. Mit John Pike von Rayner und John Holt von ICI entwickelte er dafür Perspex C.Q. in klinischer Reinheit, weil handelsübliches PMMA nicht rein genug war.
Was daran neu war
Was die Linse konnte und keine Brille: Sie saß im Auge statt vor ihm. Das Science Museum hält aber auch den Preis des Anfangs fest: Ridley setzte etwa 1.000 Linsen ein, bis zu 20 % mussten wegen Verrutschens, Trübung oder Infektion wieder entfernt werden, und die erste Linse war zu dick, sodass die Ferne unscharf blieb. Operationsmikroskope und mikrochirurgisches Besteck fehlten noch. Ridley veröffentlichte 2 Jahre lang nichts; als er am 9. Oktober 1951 auf der Oxford Ophthalmological Conference vortrug, fielen die Reaktionen gemischt aus, und der Film der Operationen wurde nie gezeigt.

Was die Quellen offenlassen: Das Science Museum nennt die Eingriffe vom 29. November 1949 und vom 8. Februar 1950 und schreibt ausdrücklich, es sei unklar, ob die Linse schon beim ersten Eingriff eingesetzt wurde. Die Zahl von etwa 1.000 Linsen und der Anteil von bis zu 20 % stammen aus derselben Quelle. Eine zweite unabhängige Quelle wurde nicht geprüft.

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