An operating theatre of a university hospital in Minneapolis early on a spring morning, pale green tiled walls, the round theatre lamp lit overhead, on a steel trolley a narrow upright frame eighty centimetres tall of four stainless steel rods on a base plate, in its centre a clear vertical plastic tube topped by a milky-white cylinder, around the frame a thick glass-clear plastic tube wound in a wide helix of three turns, held by small steel clamps, a yellowish rubber tube running down inside, lamp light gleaming in the coils, beside it a small grey pump housing, every tube empty and bright, two hands in pale rubber gloves at a tube clamp.
Wofür es benutzt wurde
Für Operationen am offenen Herzen musste der Kreislauf übernommen und das Blut mit Sauerstoff beladen werden. Richard DeWall baute für die Klinik von C. Walton Lillehei in Minnesota einen Oxygenator aus Kunststoffschlauch, wie er in Molkerei und Brauerei lief: Sauerstoff perlte von unten durch das Blut, oben lief es über silikonbehandelte Stahlwolle und dann durch eine lange Wendel, in der die Bläschen aufsteigen konnten. Ein Aufsatz von 1956 hält fest, dass das Gerät seit Mai 1955 zusammen mit einer Pumpe bei 80 Patienten eingesetzt wurde.
Was daran neu war
Das Verfahren, das es ablöste, war die gekreuzte Zirkulation: Ein gesunder Mensch diente als Lunge des Kindes. 45 solche Operationen fanden 1954/55 statt; alle 45 Spender überlebten, 1 erlitt eine schwere Komplikation. Der Oxygenator kostete nach Angabe der Universität Minnesota 15 Dollar, war hitzesterilisierbar, wurde für das Blutvolumen des jeweiligen Patienten gebaut und danach weggeworfen. 2 Jahre nach der Einführung war er dort bei 350 Operationen am offenen Herzen benutzt worden. Ein Wegwerfteil aus Molkereischlauch nahm das Risiko von den Spendern.
Was die Quellen offenlassen: Zur Schlauchart nennt die Universität Minnesota Polyethylenschlauch aus Molkerei- und Brauereigebrauch; der sonst übliche Begriff „Polyvinyl" steht dort nicht. Die 80 Patienten stammen aus dem Aufsatz von 1956, die 350 Operationen aus einer Übersicht derselben Universität; die Zeiträume sind verschieden, ein Widerspruch besteht nicht. Den ersten Patienten nennt keine Quelle namentlich.