The White Cup

1962 · Low-Friction Total Hip · Werk 1064 von 1.871

A small hospital workshop in Lancashire on a wet November evening, rain on a dark window, on a worn workbench under a green enamel lamp a highly polished steel hip stem sixteen centimetres long in a gentle boomerang curve with a flat collar, a short neck and a small mirror-bright ball two centimetres across, beside it a new white polyethylene cup six centimetres across with fine crossing grooves, curls of white shavings around it, a steel micrometer with a plain smooth barrel in a hand in a grey workshop coat sleeve, behind soft in focus a home-built test rig with a long lever arm and a hanging iron weight.

Wofür es benutzt wurde
Die Low-Friction-Arthroplastik war John Charnleys künstliches Hüftgelenk. 1962 konzentrierte er seine Arbeit am Wrightington Hospital in Lancashire und gründete dort das Centre for Hip Surgery. Verbaut wurde eine zementierte Pfanne aus Vollpolyethylen gegen einen nicht modularen Metallkopf von 22,2 mm Durchmesser; den Schaft setzte Charnley mit Acryl-Dentalzement ein, nach der Darstellung von orthotw.com als Vergussmasse für den Formschluss, nicht als Klebstoff. Hergestellt wurde die Prothese von Chas. F. Thackray Ltd in Leeds, laut Thackray Fellowship seit 1947 Charnleys Partner. Das Bone & Joint Journal zählt zwischen November 1962 und Juni 2005 in Wrightington 22.066 primäre Low-Friction-Arthroplastiken bei 17.409 Patienten, ausgeführt von mehr als 330 Operateuren.
Was daran neu war
Der Werkstoffwechsel ist der Kern. Vor 1962 hatte Charnley Pfannen aus PTFE verbaut; Kevin Hardinge gibt im Wellcome-Witnesses-Seminar Charnleys eigene Angabe wieder, es seien rund 300 Hüften gewesen, die alle zu versagen begannen. John Read sagt dort, der Verschleiß habe sich schon im ersten Jahr gezeigt; nach orthotw.com nahm Charnley jede Revision selbst vor, und nach Hardinge sagten Patienten, die Operation halte nur 3 Jahre. Eine redaktionelle Fußnote desselben Transkripts datiert die erste Pfanne aus ultrahochmolekularem Polyethylen, bezeichnet RCH 1000, auf November 1962. Der Preis blieb: das Bone & Joint Journal nennt Verschleiß und Lockerung genau dieser Polyethylenpfanne als das Hauptproblem auf lange Sicht und zählt bis Juni 2006 1.001 revidierte Hüften, 4,5 Prozent.

Was die Quellen offenlassen: Die Zahl von rund 300 PTFE-Hüften ist Charnleys eigene Angabe, von Kevin Hardinge aus zweiter Hand wiedergegeben; wie viele davon revidiert wurden, sagt das Transkript nicht. Das Datum November 1962 steht dort in einer redaktionellen Fußnote, nicht in einer Zeugenaussage. Ein Springer-Aufsatz zu Harry Craven, der die Revisionszahl tragen könnte, war nicht abrufbar.

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