The Black Thread

1971 · Plastic Intrauterine Device · Werk 1071 von 1.871

A gynaecologist's consulting room in Virginia on a humid summer morning, warm light through a half-drawn white roller blind, on a steel instrument tray a tiny device of ivory translucent plastic two and a half centimetres long, a flat teardrop outline framing a thin milky membrane with one small round hole near its lower edge, along each side five short soft prongs with thickened rounded tips, from a black knot at its point a thin black thread in one long loose arc across the steel, beside it a torn-open plain unprinted paper sleeve and slender steel forceps, gloved fingertips at the tray edge, an empty couch with a white paper sheet behind.

Wofür es benutzt wurde
A. H. Robins kaufte den Dalkon Shield, ein Intrauterinpessar zur Empfängnisverhütung, nach dem Findbuch der Dalkon Shield Claimants Trust Collection an der University of Virginia School of Law im Juni 1970 und begann die Produktion Anfang 1971. Entwickelt hatten die Kunststoffspirale der Gynäkologe Hugh J. Davis von Johns Hopkins und der Ingenieur Irwin S. Lerner; Davis erprobte sein Gerät ab 1968 in einer Familienplanungsklinik. Nach der LARC-Geschichte des Jacobs Institute of Women's Health benutzten ihn in den 4 Jahren auf dem US-Markt mehr als 2 Millionen Frauen; weltweit nennt das Findbuch 3,6 Millionen eingesetzte Geräte in 4 Jahren. Im Sommer 1974 setzte Robins den US-Verkauf aus, den Auslandsverkauf einige Monate später; bis dahin waren nach demselben Findbuch 15 Trägerinnen an septischen Fehlgeburten gestorben, 245 weitere überlebten eine solche. Die Firma ging am 21. August 1985 in den Insolvenzschutz; der Trust zahlte zuletzt etwas über 218.000 Ansprüche.
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Rückholfaden: der Shield war nach dem Jacobs Institute die einzige Spirale mit mehrfädigem statt einfädigem Faden, vom Findbuch der University of Virginia beschrieben als 3 Zoll langes Polyfilament, wie es sonst als chirurgisches Nahtmaterial diente. Dasselbe Findbuch hält fest, bereits 1971 habe ein Mitarbeiter von A. H. Robins entdeckt, dass dieses Material als Docht wirken konnte; ausgesetzt wurden die US-Verkäufe erst im Sommer 1974. Der Widerhaken steckt in der Werbezahl: die 1,1 Prozent Schwangerschaftsrate stammte nach einem bei der Ann Arbor District Library archivierten Artikel aus einer einzigen Untersuchung des Miterfinders Davis an 640 Frauen über 2.549 Frauen-Monate, im Mittel rund 5,5 Monate Tragezeit, und eine Fußnote in Kleindruck einer Anzeige vom November 1972 riet in den ersten 3 Monaten zu einem zweiten Verhütungsmittel. Eine Prüfung an 377 Frauen über 17 Monate kam 1973 im British Medical Journal auf 4,7 und hielt fest, die Werte erfüllten die Angaben der ersten Studien nicht.

Was die Quellen offenlassen: Getragen wird der Text vom Findbuch der Dalkon Shield Claimants Trust Collection, der LARC-Geschichte des Jacobs Institute of Women's Health und dem BMJ-Abstract von 1973. Eine Gesamtzahl der Todesfälle nennt keine geöffnete Quelle; die 15 Toten betreffen allein septische Fehlgeburten bis zum Rückzug. Die Originalarbeit von Davis aus 1970 war nicht einsehbar; die 1,1 Prozent stehen über 2 Zweitquellen, die sie gleichlautend wiedergeben.

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