The Amber Socket

1980 · Implantable Automatic Defibrillator · Werk 1075 von 1.871

A hospital research laboratory in Baltimore on a cold bright February morning, low winter sun across a black slate bench, on a pale green cotton drape a flat upright housing of matt grey metal ten centimetres tall, eight wide and two thick with rounded corners, its faces smooth and plain, on top a small block of clear amber plastic with two round sockets and a tiny steel screw, two thin leads in pale grey silicone coiled beside it, two gloved hands pushing the pin of one lead into a socket, behind a small grey oscilloscope with one jagged green trace and a coil of red and black wires.

Wofür es benutzt wurde
Der implantierbare Defibrillator von Michel Mirowski und Morton Mower beendete Kammerflimmern mit einem Stromstoß aus dem Körperinneren; die ersten Empfänger hatten wiederkehrende Kammerarrhythmien, die auf alle gängigen Antiarrhythmika nicht ansprachen. Die erste Implantation beim Menschen fand im Februar 1980 im Johns Hopkins Hospital in Baltimore statt; die Johns Hopkins University nennt Levi Watkins Jr. als den Chirurgen, der dort 1980 den ersten automatischen Defibrillator einsetzte. Die Übersicht in Archives of Medical Science - Atherosclerotic Diseases beschreibt die erste Empfängerin als 57-jährige Frau mit schwerer Koronarsklerose; 2 Wochen später beendete das Gerät ein im elektrophysiologischen Labor ausgelöstes Kammerflattern. Zweiter Patient war ein 16-jähriger Junge, bei dem es 5 Episoden hypotoner Kammertachykardie beendete. Das Aggregat lag im Bauchraum, die Elektroden wurden über eine offene Thorakotomie aufs Epikard gelegt; nach ausgelöstem Kammerflimmern gab es binnen 15 Sekunden einen Schock von 30 Joule ab.
Was daran neu war
Dieselbe Übersicht gibt für das erste Modell 250 g Gewicht und 145 ml Volumen an; die Lithiumbatterie war auf 3 Jahre oder 100 Schocks ausgelegt. Kennzeichnend war nicht der Gedanke selbst — die Quelle nennt John Schuder, der 1970 an der University of Missouri einen implantierbaren Defibrillator am Hund zeigte —, sondern dass ein Mensch nun dauerhaft ein Gerät trug, das Kammerflimmern selbst erkannte und selbst beendete. Der Preis steht in derselben Quelle: die Geräte der 1980er Jahre erkannten nur Kammerflimmern, waren nicht programmierbar und brauchten für die Bradykardie-Stimulation einen zweiten, separaten Schrittmacher, was zu tödlichen Wechselwirkungen führte. Eine große Schrittmacherfirma stieg 1970 ein und nach 2 Jahren wieder aus, weil sie keinen Markt sah. Bernard Lown und Paul Axelrod hielten das Gerät in einem Editorial von 1972 für unpraktikabel und wahrscheinlich scheiternd, so der Nachruf auf Lown in Cardiology.

Was die Quellen offenlassen: Das Tagesdatum der ersten Implantation nennen die benutzten Quellen nicht, nur Februar 1980. Gewicht, Volumen, 30 Joule und 100 Schocks stehen in einer einzigen Übersicht (Arch Med Sci Atheroscler Dis 2020). Das Circulation-Editorial von 1972 war im Original nicht zugänglich, daher steht es ohne Anführungszeichen und nur in der Wiedergabe des Lown-Nachrufs. Stückzahlen der ersten Jahre waren nicht zu belegen.

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