The Red and Blue Wire

1943 · Wire-Guided Tracked Vehicle · Werk 1085 von 1.871

A timber depot shed on a hot summer midday, sunlight through the open doors across a dusty plank floor, on a small two-wheeled trailer a low tracked vehicle one hundred and sixty centimetres long, a rhomboid hull of thin sheet steel in faded sand-yellow and olive-brown, broad steel-link tracks running over the whole hull, a spoked drive wheel at the front, small sprung road wheels, on top a black lid with a round filler cap and a bent tube handle, at the rear a steel tube hoop and an open drum wound with red and blue twisted wire, the sides plain and unmarked, a mechanic's hands coiling the wire end.

Wofür es benutzt wurde
Leichter Ladungsträger Goliath, ein ferngelenktes Kettenfahrzeug der Wehrmacht, das eine Sprengladung an Panzer, Bauwerke und Widerstandsnester heranfahren sollte. Der Sd.Kfz. 302 trug 60 kg Sprengstoff und wurde über ein Kabel von bis zu 650 m Länge gesteuert; entwickelt wurde er von Borgward in Bremen; von der elektrisch angetriebenen Ausführung entstanden nach Angaben des Oorlogsmuseum Overloon rund 2.650 Stück. Der spätere Sd.Kfz. 303 hatte einen Benzinmotor (Zündapp SZ 7), wog 430 kg und trug 100 kg Sprengstoff. Insgesamt entstanden 7.564 Exemplare beider Typen. Eingesetzt wurde das Gerät ab Frühjahr 1942 von Pioniereinheiten, am Atlantikwall und in großer Zahl im Warschauer Aufstand von August bis Oktober 1944.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist nicht die Fernsteuerung an sich, sondern ihre Bindung an ein mitgeschlepptes Kabel: Der Fahrer blieb in Deckung, aber jede gefahrene Strecke zog eine Leine hinter sich her. Die Vorlage war nicht deutsch, sondern ein französisches Miniatur-Kettenfahrzeug von Adolphe Kégresse. Der Widerhaken steckt in der Rechnung: Der Goliath war sehr langsam, sehr teuer - 3.000 Reichsmark je Stück - und sehr anfällig; die Kabel rissen, waren durch Feuer leicht zu durchtrennen, und einfache natürliche Hindernisse blockierten das Fahrzeug. Ein Einwegfahrzeug, das an einem durchschossenen Draht liegen blieb.

Was die Quellen offenlassen: Die beiden Quellen datieren den französischen Vorläufer unterschiedlich: Overloon nennt einen 1940 aus der Seine geborgenen Prototyp, dday-overlord die Entdeckung 1941 nach dem Einmarsch. Der Einsatzbeginn wird mit Frühjahr 1942 angegeben, nicht 1943. Die Zahl 7.564 gilt für die Typen 302 und 303 zusammen, die 2.650 nur für die elektrische Ausführung - das sind verschiedene Zählungen, kein Widerspruch.

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