The Ten Million

1969 · The Revolutionaries · Werk 1120 von 1.871

The yard of a large sugar mill in eastern Cuba at noon in July, halls of corrugated iron, two tall smokestacks, white steam from the roofs, an inclined cane conveyor, cane wagons heaped with cut cane on a narrow-gauge track, a raised platform of bare unpainted timber with two plain microphones, on it the man, a Cuban man of about forty-three, face slightly fuller, full dark beard, in an olive green field uniform with open collar, one hand raised, facing the crowd and the camera, in the foreground cane cutters in straw hats and sweat-darkened shirts seen from directly behind, faces turned fully away.

Wer
Fidel Castro (1926–2016) führte die Kubanische Revolution und regierte Kuba fast fünf Jahrzehnte. Geboren am 13. August 1926 bei Birán im Osten der Insel als Sohn eines wohlhabenden Zuckerrohrpflanzers aus Spanien, studierte er in Havanna Jura. Nach dem Putsch Batistas 1952 führte er am 26. Juli 1953 den gescheiterten Angriff auf die Moncada-Kaserne, kam in Haft, ging nach der Amnestie 1955 nach Mexiko und landete im Dezember 1956 mit 81 Männern von der Jacht Granma aus. Von der Sierra Maestra aus zermürbte seine Gürilla die Armee; am 1. Januar 1959 floh Batista. Castro wurde Regierungschef, verstaatlichte Handel und Industrie, enteignete amerikanische Firmen und band Kuba an die Sowjetunion. Es folgten die Invasion in der Schweinebucht 1961 und die Kubakrise 1962. Er schuf kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung für alle, aber auch einen Einparteienstaat ohne freie Presse, in dem jede Opposition rücksichtslos unterdrückt und Dissidenten eingesperrt wurden; viele Kubaner gingen in die USA. 2006 gab er die Macht aus gesundheitlichen Gründen ab, 2008 auch das Amt. Er starb am 25. November 2016.
Der Moment
Am 14. Juli 1969 begann in der Zuckerfabrik Antonio Guiteras in Puerto Padre, damals Provinz Oriente, die Ernte, die Kuba zehn Millionen Tonnen Zucker bringen sollte. Castro hielt die Schlussrede des Eröffnungsakts. Sein erster Satz: „Comienza hoy la zafra de los 10 millones“, heute beginnt die Ernte der zehn Millionen. Unter den Arbeitern des Werks waren, so die Lokalpresse, etwa zehntausend Rohrschneider. Ausführlich sprach er über Maschinen. Die Fabrik, „el central mayor de nuestro país“, sollte nach dem Einbau der letzten Walzenstraße täglich 1.300.000 Arrobas Rohr mahlen. Er erklärte die Erntemaschinen, die komplizierte Libertadora und die einfache Henderson, einen Bulldozer mit Messern vorn. Künftig werde weniger als ein Zehntel der Arbeiter von 1970 die Ernte einbringen, mit Maschinen; die Machete wolle man als „glorioso recuerdo“ aufbewahren. Danach schnitt er bis zum 16. Juli selbst Rohr bei San Ramón. Das Bild zeigt ihn auf einer Holztribüne im Fabrikhof, die Rohrschneider von hinten.
Die Kehrseite
Die Maschinen versagten. Von 1.498 Erntemaschinen arbeiteten bis Ende März 1970 nur 149 wirksam, nur etwa ein Prozent der Ernte wurde maschinell geschnitten. Also holte der Staat Menschen: zur Spitzenzeit rund 350.000 Rohrschneider, alle bis auf 80.000 zivile und militärische Freiwillige aus anderen Sektoren; die Armee schnitt ein Fünftel der Ernte. Am 19. Mai 1970 sagte Castro: „no haremos los 10 millones“. Es wurden rund 8,5 Millionen Tonnen. Am 26. Juli zählte er selbst die Einbrüche auf: 25 Prozent weniger Milch, 38 Prozent weniger ausgelieferte Stahlstäbe, 36 Prozent weniger Bahnreisende. Die Verantwortung trügen alle, „y la mía en particular“.

Was die Quellen offenlassen: Wo im Werk der Akt stattfand, zu welcher Stunde und was Castro trug, ist nicht überliefert; Hof, Tribüne, Schornsteine und Kleidung sind typisiert. Die Zahl der Rohrschneider nennt nur die Lokalpresse. Eine Erntemaschine steht nicht im Bild, weil für diesen Hof keine belegt ist. Das Gesicht folgt einem Foto von Warren K. Leffler vom April 1959.

Zum Weiterlesen

Quellen