1986 · Videotex Telephone Terminal · Werk 1150 von 1.871
A farmhouse kitchen in Burgundy on a winter evening, a hanging enamel lamp, on a table with a red and white gingham oilcloth a compact terminal with a dark brown front housing and a light sand-coloured rear part, a small curved tube screen in a brown frame glowing soft greenish-white with blurred pale blocks, the brown keyboard folded down in front, its keys plain and blank, a row of rust-brown function keys and one green key at the right, a hand in a wool sleeve pressing the green key, beside it a grey telephone with a coiled cord and a glass of red wine, every surface plain and unmarked.
Wofür es benutzt wurde
Der Minitel war ein Videotex-Terminal an der Telefonleitung. Nach dem Victoria and Albert Museum ging das erste Modell ab 1983 kostenlos an französische Haushalte; das Modell 1B kam 1986 in Umlauf. Verteilt wurden die Geräte laut Benjamin Thierry (Inference, 2018) von denselben Stellen, die vorher die Telefonbücher verteilt hatten; bezahlt wurde nur die Verbindungszeit, über die monatliche Telefonrechnung. Ab dem öffentlichen Start, nach Thierry 1984, kaufte man darüber ein, las Zeitung, buchte Bahnfahrkarten und prüfte den Kontostand. Auf dem Höhepunkt standen nach dem V&A rund neun Millionen Geräte in Haushalten; 1991 hatte laut Thierry ein Fünftel der französischen Telefonkunden einen Minitel.
Was daran neu war
Ziel war nach Thierry, jeden Telefonkunden auszustatten, mit Geräten ohne Anschaffungskosten. Das Modell 1B beherrschte nach dem V&A zwei Normen, Videotex mit 40 und VT52 mit 80 Zeichen je Zeile, und war das erste Modell mit umschaltbarer Übertragungsrate. Den größten Teil der Zeit nahmen Chats ein: Eine Studie von 1986 fand, dass 70 Prozent der 1,7 Millionen Verbindungsstunden im Mai und Juni auf Chat-Dienste (messageries) entfielen; gegen sie gab es nach Thierry zahlreiche Verbotsversuche aus moralischen Gründen. Das Science Museum schreibt, der Erfolg des Minitel gelte als ein Hauptgrund, warum Frankreich das World Wide Web nur langsam annahm. Abgeschaltet wurde das Netz am 30. Juni 2012, als es nach Schätzung des V&A noch rund 400.000 Menschen regelmäßig nutzten.
Was die Quellen offenlassen: Gut belegt durch V&A (Exemplar CD.24-2018) und Science Museum Group. Thierrys Angaben stammen aus seiner Rezension des Buchs von Mailland und Driscoll (MIT Press 2017). Die Zahl der Dienste schwankt: SMG bis 22.000, V&A 26.000, Thierry über 25.000 Mitte der 1990er; sie steht deshalb nicht im Text. Das SMG-Stück 1999-35 ist ein anderes Modell (dort 1983 datiert); verwendet ist nur seine Aussage zum Web. Ob der Minitel technisch mehr konnte als andere Videotex-Systeme, sagen die Quellen nicht.