The Four Peepholes

1966 · Video Door Security Design · Werk 1159 von 1.871

A small kitchen table in Queens on an August evening, warm light from a low hanging lamp, on a pale yellow oilcloth three large sheets of white drafting paper in fine black ink lines, an apartment door with four small round peepholes stacked one above the other and a boxy camera on a vertical rail behind them, a tall cabinet with a small square screen, a grid of thin circuit lines, bare white margins, the hands of a Black woman of about forty-three smoothing the last sheet flat, the white cotton cuff of a nurse's uniform at one wrist, a plain gold wedding ring, a cold soldering iron in its wire stand.

Wer
Marie Van Brittan Brown (1922–1999) war eine afroamerikanische Krankenschwester und Erfinderin aus New York. Geboren am 30. Oktober 1922 in Jamaica, einem Stadtteil von Queens, verbrachte sie dort ihr ganzes Leben. Sie arbeitete nachts in einem Krankenhaus in Jamaica und schlief am Tag; ihr Mann Albert L. Brown war Elektroniktechniker und ebenfalls oft außer Haus. Die Kriminalität im Viertel stieg, und die Polizei kam auf Notrufe meist spät. Darum entwarf sie mit ihrem Mann eine Sicherheitsanlage für die Wohnungstür, mit Kamera, Bildschirm, Gegensprechanlage, einem fernbedienten Schloss und einem Alarmknopf. Das US-Patent 3,482,037 nennt sie als Erstinventorin. Ihre Anlage gilt als erstes Fernseh-Überwachungssystem für die eigene Wohnung und als Vorläufer der heutigen Videoüberwachung; mehr als 30 spätere Patentanmeldungen beriefen sich auf sie. Das National Scientists Committee zeichnete sie für die Erfindung aus, und die New York Times berichtete darüber. Die Browns hatten zwei Töchter; eine von ihnen, Norma, wurde ebenfalls Krankenschwester und Erfinderin. Marie Van Brittan Brown starb 1999 im Alter von 76 Jahren.
Der Moment
Am 1. August 1966 reichten Marie Van Brittan Brown und Albert L. Brown ihre Erfindung beim US-Patentamt ein, mit drei Zeichnungsblättern. Sie zeigen eine Wohnungstür mit vier übereinanderliegenden Gucklöchern, damit große Erwachsene ebenso zu sehen sind wie Kinder. Innen an der Tür fährt ein Kasten mit einer Fernsehkamera an einer senkrechten Schiene auf und ab, von Motoren bewegt, und schiebt sein Objektiv vor das gewünschte Loch. Das Bild geht per Funk auf einen Bildschirm in einem Schrank im Schlafzimmer. Von dort aus kann man mit dem Besucher sprechen, das Gespräch aufzeichnen, das Türschloss per Funk öffnen oder mit einem Alarmknopf eine Wache rufen. Die genaue Beschreibung der Schaltungen verrät das Fachwissen des Elektroniktechnikers Albert Brown. Erteilt wurde das Patent am 2. Dezember 1969. Das Bild zeigt die Hände der Erfinderin, die das letzte der drei Blätter glatt streichen.
Die Kehrseite
Eine Frau, die nachts arbeitete und tagsüber allein schlief, wollte sehen, wer vor ihrer Tür stand, weil die Polizei zu langsam kam. In Serie hergestellt wurde ihre Anlage nie. Doch andere bauten ihre Ideen in eigene Überwachungs- und Kamerasysteme ein, die erste dieser Patentanmeldungen kam 1971 von der Firma Seaboard System. Videoüberwachung hängt heute in Banken, Bürogebäuden und Wohnanlagen. Und weil ihr Name auf dem Patent zuerst steht, gilt oft sie allein als Erfinderin, obwohl die Anlage ein Werk beider Eheleute war.

Was die Quellen offenlassen: Der Tag ist der Anmeldetag beim Patentamt, kein überlieferter Arbeitstag. Ob die Browns die Anlage je gebaut oder in ihrer Wohnung eingebaut haben, ist nicht belegt; auf einen Artikel der New York Times vom 6. Dezember 1969 folgten keine Berichte darüber. Ein gemeinfreies Foto von ihr ist nicht bekannt, darum zeigt das Bild nur ihre Hände. Küche, Lampe, Tracht und Lötkolben sind typisiert.

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Quellen