1968 · Magnetic Ledger Card Computer · Werk 1181 von 1.871
The accounts office of a furniture store in Westphalia on an autumn afternoon, low sun through a tall window, a desk-sized accounting computer a metre wide in beige and pale grey on a sloping base, on top a typewriter print unit with a wide black platen, in front a grey keyboard and a ten-key pad with single red, orange and yellow keys, every key blank and every surface plain and unmarked, a pale ledger card with a dark brown magnetic stripe half drawn into the feed slot, its face turned away, a hand in a knitted woollen sleeve on the ten-key pad, grey hanging files soft behind.
Wofür es benutzt wurde
Der Magnetkontencomputer war ein Rechner am Arbeitsplatz: Kontokarten mit Magnetstreifen liefen durch 2 Zuführschächte, auf der Karte standen Anschrift, Kreditlimit und Rabattsätze, höchstens 1.024 Zeichen je Kontenseite, gedruckt wurde mit einem Kugelkopf von 15 Zeichen je Sekunde. Das Modell 820/20 von 1969 wog 156 Kilogramm. Die Preisliste von 1971 reicht von 29.433 Mark für den Grundtyp 820/15 FAC mit 16 Worten, also 128 Byte, bis 116.993 Mark für die Ausführung mit 1.024 Worten. In Nixdorfs eigener Fabrik standen 100 Anlagen der Reihe 820 als Qualitätskontrollstationen, und in der Paderborner Hutmacherei Lohmann arbeitete ein 820/30 zwanzig Jahre lang. Der Widerhaken: die Karte hatte Grenzen - Heinz Nixdorf selbst sagte der Computerwoche im November 1974, für Lagerwesen und Artikelverwaltung werde die Magnetkontokarte durch die Floppy-Disk sinnvoll ergänzt.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, dass die Daten des Kontos auf der Karte reisten und die Maschine darum keinen Dateispeicher brauchte. Mit der 820 begann das nicht: das Heinz Nixdorf MuseumsForum führt das System auf die Wanderer Logatronic zurück, die 1965 auf der Hannover-Messe stand, und auf den Praetor der Ruf Buchhaltung in Karlsruhe, der dieselbe Elektronik aus Nixdorfs Labor für Impulstechnik benutzte; deren Nachfolgemodelle konnten Magnetstreifen schon lesen und beschreiben. 1968 kauften Heinz und Renate Nixdorf die Wanderer-Werke, am 1. Oktober wurde umbenannt, und aus der Logatronic wurde die Nixdorf 820. Magnetkartenrechner baute außerdem eine ganze Reihe: Anker, Hohner, IBM, Kienzle, NCR, Philips, Robotron, Siemag und Triumph-Adler. 1974 hob der eingebaute Nadeldrucker die Ausgabe von 15 auf 50 Zeichen je Sekunde und erreichte binnen 1 Jahres 90 Prozent aller Druckwerkslieferungen.
Was die Quellen offenlassen: Keine Stückzahl für die 820 belegt; HNF und Computerwoche sprechen nur von großem Erfolg. 1968 ist das Jahr des Markennamens, nicht der Technik - die HNF-Dauerausstellung datiert den Durchbruch des frei programmierbaren Kleinrechners auf 1964. Objekte mit der Bezeichnung 820/30 datiert das HNF auf 1970 und 1974, ein Blogbeitrag auf 1975; das ist nicht aufgelöst.