The Silver Cassettes

1972 · Array Parallel Computer · Werk 1187 von 1.871

A computer hall at an aeronautical research centre in California in late afternoon, golden sunlight through a high window, the curved silver-grey roof of a hangar beyond, on a raised floor an open frame of black-brown steel over two metres tall with red brackets at its sides, seven tiers of plug-in cards, alternating black and silvery cassettes with small yellow, white and blue dots, beside it a dark grey-blue console with a dark screen and rows of white, red, green and yellow keys, every key blank and every surface plain and unmarked, a technician in a white shirt seen from directly behind, face turned fully away, drawing out one silvery cassette.

Wofür es benutzt wurde
Der Parallelrechner ILLIAC IV kam im April 1972 zum Ames Research Center der NASA und wurde im Dezember desselben Jahres abgenommen; betrieben wurde sie vom Institute for Advanced Computation, einer gemeinsamen Einrichtung von DARPA und Ames mit rund 85 Beschäftigten. Für betriebsbereit erklärt wurde sie erst im November 1975, was hieß: mindestens 60 Stunden je Woche für Nutzer verfügbar. 1977 kamen in 48 Wochen 3.480 geprüfte Nutzerstunden zusammen, im Schnitt 72,5 je Woche, wobei das Ziel von 60 Stunden in 14 Wochen verfehlt wurde. Etwa 20 Prozent der Rechenzeit gingen in aerodynamische Strömungsgleichungen, 80 Prozent an andere Nutzer; von November 1975 bis Oktober 1976 lief sie fast ausschließlich für ein als geheim eingestuftes DARPA-Vorhaben. Der Widerhaken: von 4 geplanten Quadranten wurde 1 gebaut, also 64 statt 256 Rechenelemente - nach R. Michael Hord ein Viertel der Maschine für etwa das Vierfache der Schätzung, die von gut 8 Millionen Dollar 1966 auf 31 Millionen bis April 1972 stieg.
Was daran neu war
Kennzeichnend war ein Rechner, in dem 64 Rechenelemente denselben Befehlsstrom auf 64 Datensätze anwandten; die NASA-Hausgeschichte nennt ihn außerdem die erste große Anwendung von Halbleiter-statt Transistorspeicher. Burroughs selbst fasst 1981 zusammen, was belegt wurde: dass eine SIMD-Architektur bei einigen wichtigen Anwendungen wirksam sei, dass eine Anlage dieser Größe produktiv und zuverlässig betrieben werden könne und dass die Nutzergemeinde dadurch vektorbewusst wurde. Vorläufer war Solomon bei Westinghouse, von dem Anfang der 1960er Jahre Prototypen gebaut wurden; Daniel Slotnick brachte das Vorhaben von dort nach Illinois.

Was die Quellen offenlassen: Das Ende wird unterschiedlich gezählt: die Archivübersicht von Ames nennt 1981 den Ausbau aus dem Rechenzentrum, das CHM spricht von Ausmusterung 1982; ein Datum des letzten Produktionslaufs wurde nicht gefunden. Taktangaben von 13 und 15,75 Megahertz messen Verschiedenes, nämlich eine spätere Angabe und den Mittelwert im Abnahmetest vom Dezember 1972. Wie viele der 64 Rechenelemente jeweils brauchbar waren, nennt keine Quelle.

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