Off the Big Computer

1976 · Minicomputer Disk Drives · Werk 1198 von 1.871

A staff office in Washington on an August afternoon, venetian blinds striping the light, at the right a dark rack of three flat disk drives stacked, each with a smoked plastic lid and a plain black front strip with blank switches and amber lamps, beside it the woman, a woman of sixty-nine with short wavy white hair and large glasses, in a dark navy uniform jacket with black bow tie and four gold stripes on each cuff, one hand raised, her face in three-quarter view, in the foreground a young woman with a long dark ponytail seen from directly behind, head turned fully away.

Wer
Grace Murray Hopper (1906–1992) war Mathematikerin, Programmiererin und Offizierin der US Navy; sie half, Computern das Verstehen von Wörtern beizubringen. Geboren am 9. Dezember 1906 in New York, studierte sie am Vassar College und promovierte 1934 in Yale in Mathematik. 1943 trat sie in die Reserve der Navy ein und programmierte ab 1944 in Harvard den Mark I, einen der ersten programmgesteuerten Rechner überhaupt. Ab 1949 arbeitete sie in der Industrie, zuletzt in der UNIVAC-Abteilung von Sperry Rand. Dort entwickelte sie mit ihrem Team A-0, den ersten Compiler, und Flow-Matic, den wichtigsten Vorläufer der Geschäftssprache COBOL; COBOL war in den 1970er-Jahren die meistbenutzte Programmiersprache der Welt. Ende 1966 schied sie als Commander aus der Reserve aus, im August 1967 holte die Navy sie mit 60 Jahren zurück, als Leiterin ihrer Gruppe für Programmiersprachen. 1985 wurde sie Rear Admiral. Als sie 1986 mit 79 Jahren den Dienst verließ, war sie der älteste aktive Offizier der US-Streitkräfte. Sie starb am 1. Januar 1992. Ein Zerstörer der Navy und ein College der Universität Yale tragen ihren Namen.
Der Moment
Im August 1976 fotografierte der Navy-Fotograf David C. MacLean Captain Grace Hopper, 69 Jahre alt, in ihrem Büro. Sie leitete damals die Abteilung für Programmiersprachen im Stab des Chefs der Marineoperationen. Auf einem der Bilder bespricht sie mit einer Mitarbeiterin einen Teil ihrer Arbeit; die junge Frau sitzt mit dem Rücken zur Kamera an einer Tastatur. Rechts stehen übereinander drei Plattenlaufwerke vom Typ DECpack der Digital Equipment Corporation, Laufwerke, die hinter einer Klarsichtklappe eine Plattenkassette aufnahmen. Die Bildunterschrift der Navy weist eigens auf sie hin. Auf einem anderen Bild derselben Serie stehen hinter ihrem Schreibtisch Handbücher für den UNIVAC, den Großrechner ihrer Industriejahre. Hopper warb dafür, die Arbeit vom großen Rechner zu holen und jeder Aufgabe einen eigenen, kleinen Rechner zu geben. 1980 sagte sie: „I want everyone that has the big computer to gradually pull everything off and put it on small computers.“ Das Bild zeigt sie mit erhobener Hand neben den drei Laufwerken.
Die Kehrseite
Kleine Rechner überall hatten ihren Preis, und er wurde 1980 in Hoppers eigenem Büro ausgesprochen. Richard Burdette vom Datenverarbeitungskommando der Navy sagte dort: „Hardware is cheaper than ever before, but software isn’t any cheaper.“ Software sei arbeitsintensiv, und überall werde das Rad neu erfunden. Wer in der Navy unter der Grenze von 10.000 Dollar blieb, durfte Rechner ohne Genehmigung kaufen; ohne Standards konnten diese Geräte nicht miteinander sprechen. Hopper selbst nannte den großen Fehler der Pioniere: Sie hätten das Programmieren in Modulen nie weitergegeben, „we were too busy getting programs on the computers“.

Was die Quellen offenlassen: Belegt ist nur der Fotomonat August 1976, kein Ereignis; ein Schwesterbild trägt den 1. August, einen Sonntag. An welchem Rechner die Laufwerke hingen und in welchem Gebäude das Büro lag, nennen die Bildunterschriften nicht; das Bild verlegt es nach Washington. Jalousien, Licht und Farben sind erschlossen, das Foto ist schwarz-weiß. Gesicht und Uniform folgen dem gemeinfreien Navy-Foto; die Mitarbeiterin ist wie dort von hinten zu sehen.

Zum Weiterlesen

Quellen