The Gold Line

1868 · Self-Excited Dynamo · Werk 1201 von 1.871

The experimental workshop of an electrical works in Berlin on a winter morning, grey window light and one gas jet, on a workbench a machine one metre ten long on a black-lacquered base plate edged with a fine gold line, at its centre a tall square block of two electromagnets wound with black lacquered wire, a black cover plate with brass nuts and a thin upright pipe, at one end a double-flanged steel pulley with a leather belt, at the other a large brass brush gear with thin brass strips on rods, a rubber hose from the pipe to a water bucket, a hand in a rolled shirt sleeve adjusting one brush.

Wofür es benutzt wurde
Die Maschine auf der Werkbank ist eine dynamoelektrische Maschine: ein Generator ohne Batterie und ohne Dauermagnete, der seine Feldmagnete mit dem eigenen Strom erregt. Werner Siemens teilte das Prinzip nach der Unternehmensbiografie von Siemens Anfang 1867 der Berliner Akademie der Wissenschaften mit; aus dem Geschäft wurden bis 1892, dem Todesjahr des Gründers, 1.000 Dynamomaschinen im Jahr. Gebraucht wurden solche Maschinen zuerst dort, wo viel Gleichstrom nötig war: Bogenlicht und Metallabscheidung. Joseph W. Richards schrieb 1891 in den US Naval Institute Proceedings, die Elektrometallurgie als ausgeübtes Gewerbe datiere von 1865, weil Wildes magnetelektrische Maschine aus diesem Jahr große Ströme um ein Vielfaches billiger lieferte als Batterien.
Was daran neu war
Neu war nicht der Generator, sondern der Verzicht auf Fremderregung: der Restmagnetismus des Eisens genügt, um die Maschine selbst in Gang zu bringen. Wer darauf zuerst kam, ist ungeklärt und war schon damals umstritten. Die Smithsonian-Schrift „History of Electric Light“ von 1923 nennt drei Daten binnen acht Wochen: S. A. Varleys vorläufiges britisches Patent vom 24. Dezember 1866, Siemens' Mitteilung an die Berliner Akademie am 17. Januar 1867 und Wheatstones Vortrag vor der Royal Society am 14. Februar 1867. Älter ist der Anspruch des Dänen Søren Hjorth, dessen Maschine Dauer- und Elektromagnete verband: sein britisches Patent Nr. 2198 vom 14. Oktober 1854 war nach Sigurd Smiths Buch von 1912 nur ein vorläufiges, das Hjorth verfallen ließ. Schon 1879 holte Colonel Bolton das Patent vor der Society of Telegraph Engineers in London wieder hervor; Smiths Buch erschien 1912 auf Kosten der Carlsberg-Stiftung.

Was die Quellen offenlassen: Beschrieben ist ein Maschinentyp, kein belegtes Einzelstück; Berlin und das Jahr 1868 stehen im Werkverzeichnis, nicht in den Quellen. Die Siemens-Biografie datiert den Bericht nur auf „Anfang 1867“, die Smithsonian-Schrift auf den 17. Januar 1867. Leistungsangaben zur abgebildeten Maschine nennt keine Quelle.

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