An instrument maker's workshop in Paris on a winter night, the gas jets turned low, on a zinc-topped workbench a small arc lamp on its stand twenty-two centimetres high, a round dark-stained wooden disc with two blackened U-shaped metal jaws and two turned brass clamps, held upright in the jaws a slender straight double rod of two bronze-coloured carbons with a thin white strip between them, two brass sleeves at its foot, at its tip a small brilliant violet-white arc throwing hard shadows, copper wires to the clamps, a wooden tray of spare carbon pairs beside it, a hand in a blue linen smock sleeve at the bench edge.
Wofür es benutzt wurde
Die Jablochkoff-Kerze ist eine Bogenlampe ohne Regelwerk: zwei Kohlestäbe stehen parallel nebeneinander, getrennt durch eine Masse, die mit abbrennt, sodass der Lichtbogen von oben nach unten wandert und kein Mechanismus die Stäbe nachführen muss. Gezündet wurde mit einem dünnen Kohlesteg an den Spitzen, der sich verbrauchte. Erster gewerblicher Einsatz war nach der American Ceramic Society der Louvre im Oktober 1877; 1878 brannten zur Weltausstellung 64 Lampen an der Avenue de l'Opéra, am Place du Théâtre Français und am Place de l'Opéra. Binnen zwei Jahren wurden in Europa nach ETHW über 2.500 Kerzen aufgestellt.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, dass die Kerze ohne Nachstellwerk brannte und mit Wechselstrom betrieben wurde, weil dann beide Stäbe gleichmäßig abbrannten; Schroeder gibt für die späteren Kerzen etwa 8 bis 9 Ampere bei etwa 45 Volt an. Der Preis dafür war die Lebensdauer: die Kerze ließ sich nicht wieder anzünden, sie war verbraucht. Die American Ceramic Society nennt selbst für Leuchten mit 4 oder 6 Kohlepaaren höchstens 12 Stunden und täglichen Wechsel; Schroeder beschreibt mehrere Kerzen in einer Leuchte mit automatischem Umschalter, damit eine Nacht durchhielt. Dieselbe Zeitschrift nennt als Nachteile ferner Kohlenmonoxid, ultraviolettes Licht, Brummen und Störungen im Funkempfang.
Was die Quellen offenlassen: Drei Quellen nennen drei Trennstoffe: Schroeder (1923) Kaolin, die American Ceramic Society (2025) „clay or plaster of Paris“, das Science Museum für die späteren Kerzen Magnesia. Das französische Patent 112024 datiert die ACerS auf den 23. März 1876, das Science Museum nennt ein britisches Patent Nr. 3552 von 1876.