The Empty Purse

1935 · Coin-Operated Electricity Meter · Werk 1225 von 1.871

A lodger's attic room in a Berlin tenement on a warm summer night, the ceiling bulb dark, the only light a candle stub on a saucer, the window open onto a dark courtyard, on a wooden board on the wall a black upright electricity meter thirty-two centimetres tall with strongly rounded corners and chipped paint, at its top a small glass window with plain blank wheels, below it a smooth black plate, at the right a bronze-coloured cover tapering to a point with a vertical coin slot, below it a three-winged turning handle, a black cash box at the bottom, a hand in a rolled shirt sleeve holding an open empty purse.

Wofür es benutzt wurde
Ein Münzzähler an der Wand einer Mietwohnung. Wilhelm Beetz beschreibt das Gerät 1958 in seinem Band Elektrizitätszähler als Zähler, der mit einem Verkaufswerk verbunden ist: nach Einwurf von Geld oder besonderen Zahlscheiben gibt er eine festgelegte Menge Energie frei und unterbricht den Stromkreis, wenn sie aufgebraucht ist und nicht nachgezahlt wird; geeignet hält er die Geräte nur für kleine Abnehmer. Der VDE-Bezirk Leipzig-Halle beschreibt einen Zähler der Siemens-Schuckert-Werke, Typ VW9G, der nur 10-Pfennig-Münzen annahm, je Münze 217,4 Wh freigab - bei einer 100-W-Lampe etwas mehr als 2 Stunden - und sich mit bis zu 15 Münzen im Voraus laden ließ. Eingesetzt hätten Versorger solche Zähler bei Kunden, die ihre Zahlungen nicht oder nicht vollständig leisteten.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, dass der Zähler nicht nur maß, sondern verkaufte und schaltete. Beetz nennt die Schwäche gleich mit: bei echten Münzen musste das Getriebe zwischen Zähler und Münzwerk bei jeder Preisänderung umgebaut werden, während Wertmarken einfach zum jeweils festgesetzten Preis verkauft würden. Der VDE-Bezirk Leipzig-Halle nennt einen zweiten Grund: die Kassette wurde häufig aufgebrochen und geleert. Der Widerhaken steht bei Beetz selbst: sein Kapitel ist kurz, 4 Seiten (S. 43-46), weil Münzzähler in Deutschland nur selten verwendet wurden.

Was die Quellen offenlassen: Beschrieben ist der bei VDE und Beetz belegte Gerätetyp, nicht ein Bestand an einem Ort; eine Quelle zu Münzzählern in Berlin fand sich nicht. Der VDE-Bezirk nennt für sein Stück kein Baujahr und keine Währung, nur 10-Pfennig-Münzen. Beetz schrieb 1958, also rückblickend.

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