1937 · Krypton-Filled Incandescent Lamp · Werk 1227 von 1.871
A laboratory bench in a lamp works in Budapest on a winter evening, snow on the dark window, on a grey stone slab a small lamp burning in a plain brass test holder, a nearly spherical bulb of plain clear glass four centimetres across with a short neck, inside a slender glass stem with two fine support wires and a tiny glowing coiled filament, a screw base of tarnished brown-gold brass, its hard white light on glass flasks, two grey gas cylinders with bare shoulders and a round gauge with a blank pale face, a hand in a white lab coat sleeve holding a second unlit bulb up to the light.
Wofür es benutzt wurde
Die kryptongefüllte Glühlampe wurde in Budapest bei der Egyesült Izzólámpa és Villamossági Rt. (Marke Tungsram) entwickelt und als Lampe für die allgemeine Beleuchtung verkauft. Nach dem Ungarischen Amt für geistiges Eigentum war in Fachkreisen bekannt, dass Krypton, das Wärme schlechter leitet und ein höheres Atomgewicht hat als der billigere Stickstoff oder das Argon, die Lampe verbessert; an eine Massenlampe wagte wegen des Preises niemand zu denken. Imre Bródy fand an Versuchslampen zusätzlich, dass Krypton die Thermodiffusion verringerte, die den Glühfaden schädigt. Das Gas kam aus einem eigenen Werk in Ajka. Eine Studie im Repositorium der Ungarischen Akademie der Wissenschaften nennt das Verfahren, das Bródy und Michael Polányi 1936 für die Massenfertigung entwickelten: Nur etwa 10 % der Luft wurden verflüssigt, der gekühlte Rest hindurchgeleitet und das Krypton so darin ausgewaschen, was die Kosten senkte.
Was daran neu war
Was die Lampe konnte, beschreibt die Lampensammlung lamptech.co.uk technisch: Kryptons Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,00943 gegenüber 0,01772 für Argon und 0,02583 für Stickstoff; Krypton-Lampen der Bauform "Mushroom" gaben danach etwa 5 % mehr Licht und hielten 50 % länger als übliche argongefüllte Lampen, oder lieferten dasselbe Licht bei 10 % geringerer Leistung. Dieselbe Quelle datiert die erste von Tungsram vermarktete kryptongefüllte Allgebrauchslampe auf 1936, nachdem der Kryptonpreis mit neuen Zerlegungsanlagen gefallen war. Der Widerhaken: Krypton macht nur etwa 0,0001 % der Luft aus. Nach lamptech wurde die Lampenform gerade deshalb so gewählt, dass möglichst wenig des teuren Gases hineinpasste, und für Allgebrauchslampen blieb Argon das übliche Füllgas, weil Krypton zu knapp ist.
Was die Quellen offenlassen: Zum Werk Ajka nennt die Studie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften 1936 als Baujahr, Patentamt und Betreiberseite kriptongyar.hu nennen 1937 als Jahr der Inbetriebnahme. Die Seite des Ungarischen Patentamts datiert die Erfindung in der Überschrift auf 1934, im Text auf 1930. Die Seite nennt Patente Bródys, darunter das ungarische Patent 113488 (Pilzform, angemeldet am 11. April 1934); die Patentschriften selbst wurden nicht eingesehen.