The Grey-Green Patches

1942 · Coal-Fired Power Station · Werk 1229 von 1.871

A coal-fired power station at a small harbour on the Baltic coast on a grey November day, a long tall boiler house of dark red clinker brick with pilasters and very tall many-paned windows in red frames, its walls painted over with large grey-green camouflage patches, thin smoke above the roof, at the quay a low coal barge and a dull grey dockside crane, a covered conveyor bridge rising from the quay to the boiler house, beside it a windowless block of bare grey concrete, flat dark water, low pines on the shore, every wall and crane plain and unmarked, the quay deserted under a heavy overcast sky.

Wofür es benutzt wurde
Das Kraftwerk Peenemünde auf Usedom versorgte die Heeresversuchsanstalt und die Serienfertigung der Rakete Aggregat 4 mit Strom und Wärme; besonders energiehungrig war die Herstellung des Flüssigsauerstoffs für den Treibstoff. Nach Angaben des Historisch-Technischen Museums Peenemünde wurde die Anlage von 1939 bis 1942 gebaut, im November 1942 in Betrieb genommen und lieferte 30 Megawatt aus 2 Turbogeneratoren. Der Bau ist 92 m lang und 34 m hoch, er steht auf über 2.000 Stahlbetonpfählen von bis zu 15 m Länge, und verbaut wurden über 5.000 t Eisen, über 2,5 Millionen Ziegel und 90.000 Kubikmeter Kies. Die Kohle kam per Schiff, wurde mit Kran entladen, im Brecherhaus zerkleinert und über Band zu den Kesseln gefördert. Ausführung und technische Ausrüstung lagen bei der Siemens-Schuckert AG.
Was daran neu war
Kennzeichnend war nicht die Technik, sondern die Auslegung auf ein Waffenprogramm. Das Museum nennt eine Schaltzentrale, die zugleich Luftschutzbunker mit bis zu 2 m dicken Wänden und Decken war, eine Rauchgasreinigung, die die sichtbare Rauchfahne klein hielt und damit der Geheimhaltung diente, einen Tarnanstrich, dessen Spuren erhalten sind, und eine mit Abwärme betriebene Fernheizung, die nach seiner Darstellung zu den größten ihrer Art in Europa gehörte. Gebaut wurde die Anlage nach Darstellung der Zeitschrift Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz von Zwangsarbeitern. Der Widerhaken: Das Kraftwerk wurde nicht gesprengt, erzeugte danach noch bis um 1990 Strom und Wärme und ist heute Museum.

Was die Quellen offenlassen: Die beiden Hauptquellen nennen unterschiedliche Endjahre der Erzeugung: das Museum 1990, die Zeitschrift Monumente 1991; der Text sagt deshalb "um 1990". Zum Kohleverbrauch, zur Belegschaft des Kraftwerks und zur Zahl der dort eingesetzten Zwangsarbeiter liegen keine Zahlen vor; eine amtliche oder wissenschaftliche Quelle zu Opferzahlen wurde nicht geöffnet, daher steht hier keine.

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