Half Past Seven

1952 · Household Power Rationing · Werk 1230 von 1.871

A small office in a country town in Saxony on a January morning just after half past seven, blue dawn light and ice crystals in fern shapes on the window panes, a dark wooden desk with a green-shaded lamp switched off, on it a small electric heater with a curved copper reflector, its rods fading to a dull red, a candle burning on a saucer, files in plain grey card covers, a woman in a long winter coat and knitted cap seen from directly behind, face turned fully away, holding her hands over the cooling heater, far beyond the window a red steel lattice mast in the haze above snowy roofs.

Wofür es benutzt wurde
Stromsperren waren in der DDR ein Mittel der Mangelverwaltung: Deckte die Erzeugung die Nachfrage nicht, wurden Netzteile zeitweise abgeschaltet, auch für Haushalte. Das Bundesarchiv fasst den Alltag dieser Jahre so zusammen, dass regelmäßige Stromsperren und schlechte Wasserqualität dazugehörten. Der Wirtschaftshistoriker André Steiner schreibt in einem von der Bundeszentrale für politische Bildung abgedruckten Text, es sei darüber hinaus oft zu Stromsperren gekommen, und Energie- und Materialmangel, für die die Arbeiter nichts konnten, hätten die Produktion immer wieder gestört. Die 2. Parteikonferenz der SED vom 9. bis 12. Juli 1952 erklärte die vordringliche Förderung der Schwerindustrie zum Vorrang; nach Angaben des Bundesarchivs gehörten Energie und Chemie zu den Schwerpunkten, während die Konsumgüter zurückblieben.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist das Verhältnis von Vorrang und Wirkung. Energie galt als Schwerpunktbereich; nach Angaben des Bundesarchivs gingen 1952 11 % der Staatsausgaben in das Militär, und nach der Darstellung von André Steiner kostete das Rüstungsprogramm 1952/53 über 2 Milliarden Mark. In den Wohnungen blieb der Strom weg. Der Widerhaken steckt in der Antwort darauf: Das Wirtschaftswundermuseum verzeichnet ein Faltblatt mit dem Titel "Mehr Strom für den Aufbau des Sozialismus - Strom sparen gegen Stromsperren". Gespart werden sollte beim Verbraucher.

Was die Quellen offenlassen: Eine einzelne Stromsperre 1952 an einem bestimmten Ort ist nicht belegt; die Quellen beschreiben Stromsperren als allgemeine Erscheinung der Jahre um 1952/53. Eine feste Sperrzeit um 7:30 Uhr nennt keine Quelle. Das Faltblatt steht beim Wirtschaftswundermuseum auf der Seite zum Jahr 1952, ohne eigenes Datum. Eine Verordnung zur Einschränkung des Stromverbrauchs wurde nicht gefunden; keine Quelle nennt für 1952 ein neues Verfahren oder eine neue Technik der Abschaltung.

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