1960 · Hydro-Electric Commemorative Plate · Werk 1231 von 1.871
The sitting room of a bungalow in Salisbury, Southern Rhodesia, on a hot evening, on a dark sideboard a round cream-white earthenware plate twenty-seven centimetres across upright in a wooden plate stand, a thin dark line at its rim, in the centre a round black-brown picture of a curved dam wall with a foaming spillway, small cars on the road along its top, trees and hills, around it four small vignettes of a power house, a crane, a machine with cables and a pylon, the curved band above and the panel below bare plain cream, warm light from a standard lamp, through the open window a distant pylon against a red sky.
Wofür es benutzt wurde
Ein Andenkenteller zum Abschluss des Kariba-Staudamms am Sambesi. Belegt ist ein Teller von Spode, dessen Rückseite nach einer Sammlerdarstellung lautet: "This Spode plate was made to commemorate the completion of the dam at Kariba Gorge". Dieselbe Darstellung hält fest, dass Andenkenteller kein Geschirr waren, sondern zum Aufstellen und Aufhängen gedacht. Der abgebildete Bau: eine doppelt gekrümmte Bogenstaumauer von 128 m Höhe und 617 m Kronenlänge mit 6 Hochwasserklappen, 1956 bis 1959 errichtet, entworfen von André Coyne, gebaut von der italienischen Impresit, deren Baustelle 1957 bis zu etwa 7.000 Arbeiter zählte. Die beiden Kraftwerke leisten heute zusammen 2.130 MW für Sambia und Simbabwe (Zambezi River Authority).
Was daran neu war
Am Teller ist technisch nichts neu; Andenkenteller gab es seit dem späten 19. Jahrhundert. Neu war der Gegenstand, den er zeigt: ein See, der sich 280 km weit erstreckt und 185 km³ Wasser hält, aufgestaut ab 1958. Der Widerhaken steht nicht auf dem Teller. Rund 57.000 Tonga wurden umgesiedelt, 86 Arbeiter starben beim Bau. Und der Bau arbeitet gegen sich selbst: Das Wasser aus den Klappen hat rund 50 m unterhalb der Mauer ein Kolkbecken 80 m tief in den Fels gegraben; weitere Auskolkung könnte das Fundament untergraben und die Mauer zum Versagen bringen. Ohne Umbau war das nach der Weltbank nur zu beherrschen, wenn höchstens 3 nicht benachbarte der 6 Klappen zugleich offen standen (Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank).
Was die Quellen offenlassen: Der Teller ist nur über eine Sammlerseite belegt (Rückstempel "Spode England"), nicht über ein Museum; Auflage und Käufer sind offen. Die Dammzahlen stammen von der Zambezi River Authority, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank; Kolktiefe 80 m (Weltbank, AfDB) oder 81 m (ZRA). Arbeiter- und Totenzahl nennt nur der Zimbabwe Field Guide nach der Gedenktafel, an anderer Stelle 87 Tote. Baukosten sind nicht belegt.