The Cream Cowling

1914 · Two-Seat Monoplane · Werk 1244 von 1.871

A grass airfield near Versailles on a hot hazy summer midday, before an open wooden hangar a two-seat monoplane, the front fuselage in riveted cream-white sheet metal, the cowling plain cream, an open rotary engine with radial cylinders, a large two-blade wooden propeller, wings in sandy pinkish-beige fabric with raised ribs, a pyramid of wooden struts above the fuselage, an open lattice rear fuselage of light wood, two wire-spoked wheels, an aviator in a brown leather helmet and jacket seated in the open cockpit, seen from directly behind, only the back of his helmet and his shoulders, looking forward over the cowling, a mechanic's gloved hand on a propeller blade.

Wofür es benutzt wurde
Ein zweisitziger Eindecker von Morane-Saulnier. Die Firma ging 1911 aus dem Zusammenschluss des Ingenieurs Raymond Saulnier mit den Fliegerbrüdern Léon und Robert Morane hervor; zu ihren Werkstätten in Puteaux gehörten die Häuser rue Volta 3 und 5, und nach dem Ersten Weltkrieg betrieb sie eine Flugschule in Villacoublay bei Versailles (Stadt Puteaux). Der Type G ist nach dem Musée de l'Air et de l'Espace die zweisitzige Fassung eines auch einsitzig gebauten Apparats, des Type H: Spannweite 9,2 m, Länge 6,4 m, Holz, lackierte und bemalte Leinwand, Metall. Vor 1914 flogen die Maschinen des Hauses Rekorde: Georges Legagneux erreichte 1912 auf einem Morane-Eindecker mit 5.720 m einen Höhenrekord (Flight), und am 23. September 1913 flog Roland Garros auf einem ähnlichen Apparat von Fréjus nach Bizerte, etwa 760 km in 8 Stunden 7 Minuten.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist die Verdopplung des Sitzes: Das Musée de l'Air hält fest, "Le Morane-Saulnier type G est la version biplace d'un appareil également produit en monoplace, le type H" - dieselbe Zelle trug nun 2 Menschen, nicht 1. Was an diesen Maschinen bald darauf neu war, lag nicht an der Zelle: Im Ersten Weltkrieg entwarfen Saulnier und Garros eine Vorrichtung, mit der ein Maschinengewehr mithilfe eines Abweisers durch den Propellerkreis schoss; nach der Stadt Puteaux war sie ab den ersten Monaten 1915 in sehr vielen Flugzeugen eingebaut. Am 1. April 1915 schoss Garros damit von einem Morane-Saulnier-Eindecker aus ein deutsches Flugzeug ab; das Forschungsinstitut IRSEM des französischen Verteidigungsministeriums nennt das "la naissance du principe même de la chasse". Darin liegt der Widerhaken: Aus dem Apparat für Höhen- und Streckenrekorde, 760 km in 8 Stunden 7 Minuten, wurde binnen 2 Jahren das Gerät, mit dem der Jagdflug begann.

Was die Quellen offenlassen: Das Musée de l'Air datiert sein Exemplar auf 1912 und hält fest, dass es früher umgebaut wurde, um Garros' Mittelmeerflug darzustellen; es sagt nicht, dass es Garros' Apparat war. Motor, Stückzahlen und militärische Nutzung vor 1914 nennt keine Quelle. Statt der nicht abrufbaren Seite der Archives de Puteaux dient eine Broschüre der Stadt. Legagneux' Rekord von 1913 entstand auf einer Nieuport.

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