Rings and Crosses

1957 · Satellite Tracking Telescope · Werk 1257 von 1.871

The flat roof of a university building in Moscow on a frosty October night, three telescopes in a row on wooden trestles, each a slender cream-white enamelled tube angled skyward on a white U-shaped fork with a round foot, a brass threaded ring at the front, an angled eyepiece at the rear, a black half-circle angle scale with a blank face and a clamp lever at the side, a figure in a dark winter coat and fur hat seen from directly behind, face turned fully away, bent over the nearest eyepiece, one hand on a small push-button, above a black sky full of stars with one small moving point of light.

Wofür es benutzt wurde
Beobachtungsrohre AT-1, eigens für die Beobachtung künstlicher Erdsatelliten gefertigt. Der Astronomische Rat der Akademie der Wissenschaften der UdSSR richtete vor dem Start des ersten Satelliten per Regierungsbeschluss landesweit Bodenstationen an Sternwarten und Hochschulen ein; es waren 66 Stationen, die Krasnodarer war die 27. Beobachtet wurde visuell durch diese kleinen Geräte, später auch durch die Ferngläser TZK und BMT. Die Messwerte gingen telegrafisch an das Rechenzentrum „Kosmos“, das daraus die Bahnen rechnete. Wache hielten in klaren Nächten überwiegend Physikstudenten und Mitarbeiter.
Was daran neu war
Kennzeichnend war nicht ein einzelnes Gerät, sondern ein Netz: 66 über das Land verteilte Stationen, eingerichtet vor dem Start vom 4. Oktober 1957, lieferten Durchgangsdaten an eine zentrale Rechenstelle. Was die Rohre zuerst zu fassen bekamen, war nicht der Satellit: Bei der ersten erfolgreichen Beobachtung der Krasnodarer Station am 12. Oktober 1957 im Morgengrauen hielt man das Gesehene für den Satelliten, tatsächlich war es die Trägerrakete. Als Sternwarte der Universität wurde sie am 21. Oktober 2010 eröffnet.

Was die Quellen offenlassen: Einzige gefundene Quelle ist die Sternwarte der Staatlichen Universität Kuban, die ihre eigene Station beschreibt. Ob die Rohre AT-1 ein Strichkreuz oder Ringe im Okular hatten, sagt sie nicht; zum Bildtitel lässt sich deshalb nichts belegen. Die Verortung der Szene in Moskau ist durch diese Quelle nicht gedeckt.

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