Made to Measure

1991 · Soviet Rescue Pressure Suit · Werk 1271 von 1.871

A windowless suiting room at a launch site in Kazakhstan on a May morning, pale green walls, fluorescent tubes, on a grey padded couch a white cloth pressure suit, many blue cords running over its shoulders, arms and legs, a fixed hood with a domed clear visor in a blue metal ring, the visor raised open, two zips down the front and a round blue pressure valve, blue anodised rings at the wrists, black rubber gloves slightly curled, a grey hose with a small plain red cloth tag, the chest and sleeves plain white cloth, a folded white towel on a stool, a technician's hand in a white sleeve smoothing one glove.

Wofür es benutzt wurde
Ein Rettungsanzug für Start und Rückkehr, getragen in der Sojus-Kapsel. Er soll den Träger bei einem Druckabfall der Kabine einige Stunden am Leben halten. Hergestellt hat ihn Swesda in Tomilino bei Moskau; die Science Museum Group führt das Stück als Sokol KV-2, Nr. 167, Baujahr 1991, getragen von Helen Sharman auf dem Flug Sojus TM-12 zur Station Mir im Mai 1991. Jeder Anzug wird für eine Person gefertigt; das Museum nennt eine gummierte Innenhülle und eine Außenhülle aus Nylongewebe, Maße 1.560 mal 600 mal 410 mm. Sharman trug ihn vor dem Flug 2 Stunden am Boden zur Anpassung und schwitzte beim Start etwa 2 Liter.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist die Maßanfertigung. Der Blog des Science Museum berichtet, Sharman sei an 54 Stellen vermessen worden und habe zuvor in einem vorhandenen, für einen Mann geschnittenen Anzug trainieren müssen, den sie unbequem fand. Dasselbe Museum nennt 22 Pfund Gewicht, eine gummierte Innen- und eine weiße Nylon-Außenlage, angesetzte Füße, Handschuhringe aus blau eloxiertem Aluminium, links ein Druckmesser, rechts einen Spiegel für den toten Winkel. Der Widerhaken: Der Anzug existiert wegen eines Unglücks - die Sammlungsnotiz führt ihn auf den Tod von 3 Kosmonauten auf Sojus 11 im Jahr 1971 zurück, und er schützt nur in den Risikophasen Start, Kopplung, Abkopplung und Landung.

Was die Quellen offenlassen: Die Sammlungsseite bezeichnet das Stück als KV-2, Nr. 167; der Blog desselben Museums schreibt, die KV-2 sei das Muster, auf das Swesda bis Ende der 1970er Jahre gekommen sei, sagt aber nicht ausdrücklich, dass Sharman diese Ausführung trug. Das ist keine widersprüchliche Angabe, sondern eine Lücke im Blogtext.

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