Thirty-Seven Seconds

1996 · Ariane 5 Flight 501 Debris · Werk 1273 von 1.871

An inspection laboratory in French Guiana on a humid June afternoon, rain on louvred windows, white light from overhead tubes, on a steel bench covered with a grey rubber mat small fragments in a row, a charred bundle of copper-red wires bound with scraps of silver tape, a broken brownish piece of circuit board with a silver chip, a black hexagon socket screw, the shattered pieces of a thin blue solar cell disc, beside each fragment a small blank white tag on a string, two hands in white cotton gloves holding steel tweezers above the solar cell, a magnifying lamp on a jointed arm, every surface plain and unmarked.

Wofür es benutzt wurde
Bruchstücke der ersten Ariane 5, gestartet am 4. Juni 1996 in Kourou. Die Nutzlast waren die 4 Cluster-Satelliten der ESA. Nach dem Bericht im ESA-Bulletin 89 suchten fast 100 Menschen mit Hubschraubern und Amphibienfahrzeugen mehrere Wochen das Trümmerfeld von etwa 12 Quadratkilometern ab; die schwersten Teile lagen 1 bis 2 km östlich der Rampe. Vorrang hatten die 2 Trägheitsplattformen und die Bordrechner, weil sie den Fehler bezeugen sollten. Die meisten Cluster-Teile wurden geborgen und zum ESTEC gebracht; flugfähig war keines mehr.
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Befund des Untersuchungsausschusses: Eine nicht abgesicherte Umwandlung einer 64-Bit-Gleitkommazahl in eine 16-Bit-Ganzzahl löste einen Operandenfehler aus. Beide Trägheitsplattformen schalteten sich im Abstand von 0,05 Sekunden ab, der Hauptrechner nahm deren Diagnosedaten für Lagedaten und legte die Düsen voll um; bei über 20 Grad Anstellwinkel brach der Träger auseinander, in etwa 4 km Höhe und 1 km von der Rampe. Der Widerhaken: Die betroffene Funktion diente nur dem Ausrichten vor dem Abheben und lief nur deshalb weiter, weil man sie zur Gleichheit mit der Ariane 4 beibehalten hatte - und die Ariane 5 baut waagerechte Geschwindigkeit 5-mal schneller auf. 14 Empfehlungen folgten.

Was die Quellen offenlassen: Die Zeitangaben sind verschiedener Sorte: Der Ausschussbericht nennt 36,7 Sekunden nach H0, dem Befehl zur Zündung des Haupttriebwerks; in seiner Schlussfolgerung, die die ESA-Mitteilung wörtlich zitiert, spricht er von 37 Sekunden nach Beginn der Zündsequenz und 30 Sekunden nach dem Abheben. Die Trümmerfläche gibt derselbe Bericht einmal mit 12 Quadratkilometern, einmal mit 5 mal 2,5 km an. Kostenangaben enthält keine der Quellen.

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