1868 · Celluloid Bone Composite · Werk 1281 von 1.871
A small workshop in Albany, New York, on a winter evening, snow on the dark window, warm yellow light from a kerosene lamp, beside a foot-driven wooden lathe two hands in rolled white shirt sleeves weighing a freshly turned ball five point seven centimetres across, matt cream-white with a faintly grainy surface of fine bone particles in a smooth binder, against an older ball of polished yellowish ivory in the other hand, on the worn bench a shallow bowl of grey-white bone meal, a stoppered clear glass bottle of syrupy collodion with a blank paper label, curls of pale shavings on the wood, a green cloth billiard table soft in the background.
Wofür es benutzt wurde
Eine Billardkugel aus Ersatzstoff. Nach der Untersuchung in PNAS Nexus (2023) standen die Lieferanten elfenbeinerner Kugeln wegen der wachsenden Nachfrage unter Druck, und in den 1860er Jahren wurden Ersatzstoffe verlangt; 1864 setzten Phelan & Collender 10.000 Dollar für einen Ersatz aus, der unter anderem mindestens 50 Prozent billiger sein sollte als Elfenbein. John Wesley Hyatt arbeitete in Albany im Staat New York. Die auf 1868 datierte Kugel im National Museum of American History (CH.334572) bestand nach der Messung aus Knochenteilchen in Cellulosenitrat: etwa 74,8 Prozent Knochen, 22,3 Prozent Cellulosenitrat und 2,9 Prozent Campher, Dichte 1,92 g/cm3.
Was daran neu war
Neu war nicht der Kunststoff, sondern der gefüllte Kunststoff: Knochenmehl als Verstärkung in einer Masse aus Cellulosenitrat, von den Verfassern "verstärktes Celluloid" genannt. Als wegweisend für diese Mischung nennen sie das Patent USP 89582 vom 4. Mai 1869, das Knochen- oder Elfenbeinmehl mit Cellulosenitrat im Verhältnis 75 zu 25 des Gewichts angibt; die Patente USP 88633 und 88634 vom 6. April 1869 beschreiben einen Füllstoff mit Klebegummi und das Tauchen in Collodiumlösung. Der Widerhaken: Das Elfenbein wurde durch Rinderknochen ersetzt - die Peptidanalyse weist Rind nach -, und die Kugel war dichter als das Material, das sie ablöste: 1,92 gegen 1,73 und 1,80 g/cm3 für Elfenbein.
Was die Quellen offenlassen: Die Verfasser belegen die Ausschreibung von 10.000 Dollar mit einer Notiz im Scientific American von 1864, die hier nicht eingesehen wurde. Die Kugel trägt eine Tafel mit der Jahreszahl 1868, ihr gemessenes Verhältnis von etwa 77 zu 23 entspricht aber dem erst im Mai 1869 patentierten Ansatz. Die Patentschriften selbst waren nicht abrufbar; die Angaben zu ihnen stehen hier so, wie der Aufsatz sie wiedergibt. Die Dichte der Kugel gibt der Aufsatz im Text mit 1,93, in Tabelle 1 mit 1,92 g/cm3 an.