Bread and Powder

1923 · Ammonia Synthesis Reactor · Werk 1289 von 1.871

A tall high-pressure hall of a chemical works on the Rhine on a grey November morning, pale light through sooty skylights, upright in the hall a slender reactor column of dark forged steel thirteen metres tall, at its foot a flanged base with a ring of bolts and a side nozzle, halfway up a bolted flange ring, at the top a thickened head crowned by large nuts and small fittings, pipes and handwheels at the head, around it a railed steel catwalk, a worker in a dark jacket and cap seen from directly behind, face turned fully away, setting a long spanner to a nut, every surface plain and unmarked.

Wofür es benutzt wurde
Die Ammoniakkammer, die das Deutsche Chemie-Museum Merseburg unter Inventar 0050 führt, wurde 1923 vom Press- und Walzwerk Reisholz gebaut. Solche Kammern standen im Ammoniakwerk Merseburg, dem späteren Leuna-Werk, am Ende einer langen Gasaufbereitung: Eine Kupferlaugepresspumpe mit Sulzerdampfmaschine, Baujahr 1921, spritzte in der CO-Synthesegaswäsche Kupferlauge ein, ehe das Gas in den Hochdruckofen ging. Das Museum nennt für den Betrieb 220 bar, etwa 500 °C und eine Ausbeute von höchstens 15 Volumenprozent. Der Werkstoff war beherrscht, der Dünger nicht: In Oppau hatte am 21. September 1921 eine routinemäßige Lockerungssprengung im Silo mehr als 500 Menschen das Leben gekostet, und BASF stellte die Produktion von Ammonsulfatsalpeter danach ein.
Was daran neu war
Der Kern war der Werkstoff, und Bosch hat ihn in seiner Nobelvorlesung von 1932 selbst beschrieben: Wasserstoff sei in das Eisen eingedrungen und habe "a brittle alloy" gebildet; bei hohem Druck und hoher Temperatur werde Kohlenstoffstahl "invariably corroded by hydrogen". Seine Lösung bestand darin, den druckführenden Stahlmantel innen mit einem dünnen Futter aus weichem Stahl auszukleiden und den Mantel mit vielen Bohrungen zu versehen, durch die der Wasserstoff frei austreten konnte. Leuna war dabei nicht die erste Anlage: In Oppau begann die Produktion am 9. September 1913 mit 20 Tonnen am Tag, Leuna startete mit 36.000 Jahrestonnen.

Was die Quellen offenlassen: Die Betriebsangaben 220 bar und 500 °C ordnet die Museumsseite den 1930er Jahren zu, obwohl das Objekt von 1923 ist; als Werte für 1923 sind sie nicht belegt. Eine Jahresproduktion Leunas für 1923 war in keiner zulässigen Quelle zu finden. Bosch schreibt in der englischen Fassung "soft steel"; Weicheisen nennt die Museumsseite als Werkstoff des Objekts. Ein Datum der ersten Methanollieferung aus Leuna war in den Quellen nicht zu finden.

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