1933 · High-Pressure Polymerisation Apparatus · Werk 1290 von 1.871
A high-pressure laboratory in Cheshire on a March evening, bare electric bulbs, behind a low wall of boards a tall red steel cylinder with a brass gauge, a steel column with handwheels on a grey-green tripod, a green box with a wooden rim open at the front, white insulation inside, gleaming copper coils around a bright steel vessel in a cage of rods, on top a large round gauge with a blank white face, plain marks and its needle high, on a bench an opened steel reaction tube with a small lump of white wax at its mouth, a hand in a white coat sleeve holding a spatula.
Wofür es benutzt wurde
Die Apparatur im Labor der Imperial Chemical Industries in Winnington, Cheshire, setzte Stoffgemische unter hohen Druck; die Science Museum Group nennt für sie "up to 2000 atmospheres". Gesucht war nicht Polyethylen: Im März 1933 untersuchte die Gruppe eine Reaktion von Ethylen mit Benzaldehyd. Nach der Zeitschrift der IChemE stand das Gemisch unter 1.900 Atmosphären bei 170 °C. Was im Reaktionsrohr blieb, notierte Gibson laut Museumskatalog in seinem Laborbuch als "waxy solid found in the reaction tube". Original erhalten sind Druckwaage, Handpumpe und Druckgefäß, ergänzt um einen Thermostaten; das Reaktionsgefäß allein wiegt 59,5 kg, die Druckmesstechnik kam von der Budenberg Gauge Company in Manchester. Das Museum nennt als Leiter des Versuchs Reginald Gibson.
Was daran neu war
Neu war, dass aus Ethylen unter hohem Druck ein Feststoff entstand, der sich als Polymer des Ethylens erwies; bemerkt hatten Gibson und Fawcett ihn zusammen mit einem unerwarteten Druckabfall. Verwertbar war das 1933 nicht: Die Royal Society of Chemistry schreibt, das Hochdruckverfahren habe als gefährlich gegolten und sei "not repeated for two years". Der reproduzierbare Versuch gelang am 20. Dezember 1935 und lieferte einen weißen Feststoff. Und der Verpackungsstoff wurde Geheimsache: "During World War II, polythene was used in radar sets, and was placed on the secret list."
Was die Quellen offenlassen: Der Versuchstag ist strittig: Science Museum Group ("On Friday, 24 March 1933") und ein Bildungsmaterial der RSC nennen den 24. März, eine RSC-Fachgruppenseite den 27. März. Zum Druck nennen die Quellen 1.700, 1.900 und 2.000 Atmosphären, teils für die Apparatur, teils für den Versuch. Eine Masse des Feststoffs von 1933 war nicht zu belegen; den Wortlaut "waxy solid found in the reaction tube" führt das Museum auf Gibsons Laborbuch zurück; auch The Chemical Engineer zitiert "waxy solid".