Rubber from Coal

1937 · Butadiene Distillation Column · Werk 1291 von 1.871

The test field of a synthetic rubber works near Halle on a clear autumn afternoon, low golden sun and blue sky, on a raised railed steel platform a slender distillation column twelve metres tall, freshly painted grey-green, of flanged sections, two round railed platforms around it at the top and halfway, a ladder with a back cage, from the head a thin pipe curving over and running straight down, small vessels, valves and tube bundles below, a wisp of white steam at one valve, on the upper platform a worker in a white coat seen from directly behind, face turned fully away, holding a sample bottle, every surface plain and unmarked.

Wofür es benutzt wurde
Die 12,0 Meter hohe Glockenbodenkolonne, 1936/37 gebaut und heute unter Inventar 0555 im Deutschen Chemie-Museum Merseburg, diente in Schkopau "bei der Erprobung des Verfahrens zunächst der Auftrennung des in der dritten Reaktionsstufe als Rohbutol anfallenden Reaktionsgemisches". Betreiber war damals die Ammoniakwerk Merseburg GmbH, Werk Schkopau, später Buna-Werke. Karl Heinz Roth datiert den Anlauf: "Im März 1937 lief die Produktion in der Versuchsanlage Schkopau auf Carbidbasis reibungslos an." Zum Werk gehörte ein Lagerkomplex; der Landschaftsverband Rheinland nennt für etwa 1943 rund 17.000 internierte Personen und als Arbeitspensum sechs Tage die Woche je 10-Stunden-Schichten im Buna-Werk.
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Weg, nicht der Stoff: Patente und Anlagen für Synthesekautschuk gab es nach einer Darstellung des Landschaftsverbands Rheinland bereits zwischen 1910 und 1920. Die I.G. Farben legte sich auf ein Vierstufenverfahren fest, weil ein aus der Hochdruckchemie abgeleiteter Syntheseweg "noch nicht ausgereift war"; das Acetylen kam aus Carbid oder aus Hydrierabgasen, und die für den Reifenbau optimale Mischung aus Butadien und Styrol war gefunden. Der Staat gab Kredit und Garantien: Im September 1937 sicherte ein Investitionsdarlehen von 90 Millionen RM den Ausbau Schkopaus auf 30.000 Jahrestonnen. Dann kehrte sich das Motiv um; Roth schreibt, die Buna-Produktion sei "auch unter normalen Marktbedingungen profitabel geworden" und der Monopolist habe "duale" Extraprofite einstreichen wollen.

Was die Quellen offenlassen: Baukosten und Belegschaftszahlen für Schkopau 1937 waren nicht zu belegen; die 90 Millionen RM sind ein Darlehen, keine Baukosten. Die Quellen zählen Verschiedenes: Roth spricht für 1937 von einer Versuchsanlage, das Museum von beginnender Großproduktion. Die Lagerzahlen 17.000 und 6.000 stehen in derselben Quelle nebeneinander, ohne klare Bezugseinheit. Die Merseburger Beiträge waren nicht abrufbar.

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