Reis Telephone

1861 · Telephone · Werk 139 von 1.871

Reis Telephone, 1861, Telephone

The Reis telephone in a Friedrichsdorf schoolroom, a hollow box carved like an ear with a membrane and platinum contact, the receiver a knitting needle in a coil resting on a resonating wooden box.

Wofür es benutzt wurde
Lehr- und Vorführgerät, kein Nachrichtendienst. Philipp Reis unterrichtete am Garnier'schen Institut in Friedrichsdorf und führte den Apparat am 26. Oktober 1861 dem Physikalischen Verein in Frankfurt am Main vor; nach der Reis-Biografie von Silvanus P. Thompson (1883) wurden Melodien über rund 300 Fuß bei geschlossenen Türen und Fenstern übertragen. 1863 baute J. W. Albert in Frankfurt Exemplare; die Stadt Friedrichsdorf schreibt, Reis habe sie in kleiner Stückzahl gefertigt und mit einer Gebrauchsanweisung an Interessierte in aller Welt verkauft. Eine Gesamtzahl der gebauten Geräte nennt keine der geprüften Quellen.
Was daran neu war
Tonhöhe kam zuverlässig durch den Draht, Sprache nur in Bruchstücken. Das Science Museum schreibt in seinem eigenen Objekteintrag, der Apparat habe Bruchstücke von Sprache und musikalische Töne übertragen, die Kontakte seien aber vom Typ "make and break" gewesen und hätten echten "undulatory" Strom nur dann durchgelassen, wenn sie verstellt waren; für den praktischen Gebrauch sei das Gerät ohne Weiterentwicklung zu unwirksam gewesen. Ob es artikulierte Sprache tragen konnte, ist seit den amerikanischen Telefonprozessen strittig und bis heute nicht entschieden. Der Widerhaken liegt beim Publikum jenes Abends: der Physikalische Verein, dem Reis es zuerst zeigte, war nicht dafür zu gewinnen, das Telefon zu vermarkten, und erkannte die Bedeutung nach eigener Darstellung erst nach Reis' Tod 1874 - zwei Jahre vor Bells Patent.

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