The Berlin pneumatic post machinery in a cellar beneath the telegraph office, steam driven air pumps and receivers feeding iron tubes where felt sleeved carrier cylinders arrive in a padded catcher.
Wofür es benutzt wurde
Werner von Siemens erhielt 1865 den Auftrag, eine Rohrpost zwischen dem Haupttelegrafenamt und der Börse zu bauen; die 1,7 Kilometer lange Strecke durchfuhren die druckluftgetriebenen Wagen nach Angabe des Museums für Kommunikation Berlin in anderthalb Minuten. Befördert wurden zunächst Telegramme: die Rohrpost war ein Zubringer des Telegrafennetzes, der die Formulare schneller zwischen Amt und Börse trug, als ein Bote gehen konnte. Die öffentliche Stadtrohrpost eröffnete nach Angabe des Museums am 1. Dezember 1876 mit rund 26 Kilometern Fahrrohr und 15 Ämtern; im Eröffnungsmonat gingen über 94.000 Sendungen durch. Die Karten maßen 10,5 mal 14,8 Zentimeter, wogen nach der Berliner Zeitung höchstens 20 Gramm und kosteten 30 Pfennig, die Karte 25 Pfennig, Eilzustellung eingeschlossen.
Was daran neu war
Nicht die Geschwindigkeit war neu, sondern die zugesagte Laufzeit: eine Beförderung nach Fahrplan, unabhängig von Straßenverkehr und Botengang. Und sie bewegte den Gegenstand, nicht nur die Nachricht - das unterschriebene Formular, den versiegelten Zettel -, was der Telegraf nicht konnte. Ein Erstes war sie nicht; die Londoner pneumatische Beförderung ist älter, und die deutschen Darstellungen beanspruchen nur die erste öffentliche Rohrpost Berlins. Der Widerhaken ist doppelt. Gebaut als Zubehör des Telegrafen, überlebte die Rohrpost das Telegramm und wurde dann vom Telefon erledigt: nach der Berliner Zeitung endeten ihre besten Jahre mit dem Selbstwähltelefon in den zwanziger Jahren. Sterben wollte sie trotzdem nicht - in West-Berlin endete der öffentliche Dienst 1963, der innerbetriebliche 1972, in Ost-Berlin lief sie bis 1976. Ihre stärksten Jahre waren Katastrophenjahre: über 25 Millionen Sendungen 1918 und 1944, gegen sonst höchstens neun Millionen im Jahr.