Ludgate's Analytical Machine

1909 · Ludgate Design · Werk 501 von 1.871

Ludgate's Analytical Machine, 1909, Ludgate Design

A printed page of a scientific proceedings volume of 1909, dense typeset paragraphs in two columns reading as grey texture, a heading rule across the top, cream paper laid flat on a grey studio table, even flat light from directly above.

Wofür es benutzt wurde
Percy Ludgate (1883-1922) war Buchprüfer bei Kevans and Son in der Dame Street in Dublin und entwarf nebenher eine programmgesteuerte Rechenmaschine; seine Nichte sagte, er habe nächtlich daran gearbeitet, bis in die frühen Morgenstunden. Der Entwurf stand in "On a proposed analytical machine", Scientific Proceedings of the Royal Dublin Society 12, Nr. 9 (1909), S. 77-91, vorgetragen am 23. Februar, erschienen am 28. April 1909. Vorgesehen war Speicher für 192 Variablen mit je 20 Stellen. Ludgate nennt für die Multiplikation zweier 20-stelliger Zahlen etwa 10 Sekunden, für Addition oder Subtraktion etwa drei Sekunden, für eine Division höchstens wohl anderthalb Minuten, für einen Logarithmus zwei Minuten.
Was daran neu war
Ludgate multiplizierte nicht durch wiederholtes Addieren wie Babbage, sondern über Indexzahlen, die Professor Boys irische Logarithmen nannte. Gesteuert wurde aus einem einzigen gelochten Formelband; Randell schreibt, dieses Verfahren habe mehr mit der Harvard Mk. 1 von fast vierzig Jahren später zu tun als mit Babbages getrennten Kartenketten. Die Zahlen lagen in Schiebern, die von der Maschine unabhängig waren, so dass neue Variablen jederzeit eingesetzt werden konnten - für Randell ein Vorgriff auf austauschbare Speichermedien. Der Widerhaken: Die Maschine wurde nie gebaut, und die Zeichnungen sind verschwunden. Ob sie 1922 in Ludgates Nachlass waren, ist unbekannt; im Nachlass seines Bruders Alfred fanden sich 1953 keine solchen Papiere. Von einer Maschine von 26 mal 24 mal 20 Zoll blieben zwei Aufsätze.

Zum Weiterlesen