The Memex

1945 · Imagined Desk · Werk 512 von 1.871

The Memex, 1945, Imagined Desk

A magazine illustration of 1945 of a desk with two slanting translucent screens set into its top, a keyboard between them, microfilm spools housed in the body of the desk, a lever at the side for calling up documents, the drawing in fine line and halftone, the magazine page cream and slightly toned, the page laid flat on a grey studio table, even flat light from directly above, the page alone in the frame.

Wofür es benutzt wurde
Der Memex ist eine Maschine, die nie gebaut wurde: Vannevar Bush beschrieb sie in seinem Aufsatz "As We May Think" im Atlantic Monthly vom Juli 1945. Bush leitete damals das Office of Scientific Research and Development; der Vorspann der Redaktion nennt rund sechstausend amerikanische Wissenschaftler, deren Kriegsarbeit er koordinierte. Das Problem, das die Maschine lösen sollte, benennt Bush so: nicht dass zu viel veröffentlicht werde, sondern dass das Veröffentlichen weit über die Fähigkeit hinausgewachsen sei, die Aufzeichnungen wirklich zu nutzen. Der Memex ist ein Gerät für einen einzelnen Menschen, in dem er alle seine Bücher, Aufzeichnungen und Briefe ablegt. Auf der Schreibtischplatte schräge durchscheinende Schirme zum Lesen, eine Tastatur, Knöpfe und Hebel; im Inneren der Vorrat auf verbessertem Mikrofilm. Sonst, schreibt Bush, sieht er aus wie ein gewöhnlicher Schreibtisch.
Was daran neu war
Neu ist der Zugriff. Bush schreibt, das Auswählen durch Verknüpfung statt durch Verschlagwortung lasse sich mechanisieren — und schwächt im selben Atemzug ab: man könne nicht hoffen, die Geschwindigkeit und Beweglichkeit zu erreichen, mit der der Verstand einer gedanklichen Spur folgt, aber man sollte ihn in Dauerhaftigkeit und Deutlichkeit des wieder Hervorgeholten entschieden übertreffen können. Aus den Spuren wird eine Form: Enzyklopädien, die schon mit einem Netz von Verknüpfungen geliefert werden, und ein neuer Beruf, der Spurenleger, der nützliche Pfade durch die Masse des gemeinsamen Bestandes anlegt. Bush bleibt dabei absichtlich bei bekannter Technik, Mikrofilm und Trockenfotografie, und sagt selbst, es wäre auffälliger gewesen, kühner zu entwerfen. Auch der Name ist Verlegenheit: er sei aufs Geratewohl geprägt, "memex" werde genügen. Wenn der Benutzer täglich 5.000 Seiten einlege, brauche er Hunderte von Jahren, um den Speicher zu füllen.

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