1876 · Standard Catalogue Card · Werk 544 von 1.871
A shallow oak drawer withdrawn from a cabinet of many such drawers, cards standing upright in it behind guide tabs with plain raised edges, one card lifted forward on a finger rest, a steel rod running through the holes at the bottom of the cards to hold them in place, a brass pull and a small plain label frame on the drawer front, the cabinet beside a tall window on the left, a gas bracket with a frosted globe on the wall, a slant-top desk and a brass inkwell behind, the room reaching into shadow with dark unlit figures at the far desks.
Wofür es benutzt wurde
Die Karteikarte brachte das Verfahren der Bibliothek ins Kontor. Das Library Bureau in Boston, dessen Katalog von 1899 auf dem Titel "FOUNDED 1876 INCORPORATED 1888" führt, verkaufte Karten, Kästen und Schubladen. Das Maß der Karte ist metrisch festgelegt: der Katalog nennt die gängigste Größe "Nr. 33, 7 1-2 x 12 1-2 cm (ungefähr 3 x 5 Zoll)" - metrisch ist die Festlegung, die Zollangabe die Rundung. Wer sie benutzte, sagt der Katalog selbst: Handelshäuser fänden sie unbezahlbar für Warenverzeichnisse, Kundenlisten, Rabatte und die tausend wachsenden Aufzeichnungen des Handels. Zu den Kosten: tausend Karten kosteten 2 bis 3 Dollar, das Beschreiben und Einordnen fünfmal so viel.
Was daran neu war
Neu war der Einzelbeleg. Der Katalog von 1899 formuliert es knapp: weil jeder Posten auf einer eigenen Karte steht, lasse sich das Ganze immer wieder umordnen, indem man es einfach in die neue Reihenfolge mischt - es werde nichts abgeschrieben und keine Arbeit verschwendet. Den Mangel des gebundenen Buchs nennt dieselbe Quelle: man kann nicht vorhersehen, wie schnell sich die Sachgebiete füllen, also bricht die Seitenaufteilung zusammen und die ganze Arbeit muss neu geschrieben werden. Festgelegt wurde das Format nicht von Dewey allein, sondern auf der ersten Tagung der American Library Association am 4. und 5. September 1877 in New York; die Karten des Bureau stellten, so der Katalog, die Erfahrung des Kooperationsausschusses der ALA dar. Umordnen ohne Umschreiben gelang bei Dewey selbst nicht. Der ALA-Rat beschloss am 23. Juni 2019, Deweys Namen von der Melvil Dewey Medal zu entfernen; die als angenommen protokollierte Begründung nennt, dass das Ferienhotel, das Dewey und seine Frau besaßen, Juden, Afroamerikaner und andere Minderheiten nicht aufnahm. Den neuen Namen, ALA Medal of Excellence, beantragte der Auszeichnungsausschuss 2020; unter ihm sollte die Medaille ab 2021 vergeben werden.
Was die Quellen offenlassen: Die Tagungsakten von 1877 habe ich nicht eingesehen; eine zweite Darstellung gibt die dort angenommene "Postkartengröße" mit 7,5 x 12,25 cm an, der Katalog von 1899 mit 7,5 x 12,5 cm - im Text steht die Katalogangabe. Wayne A. Wiegands Dewey-Biographie lag mir nicht vor; die Zeitschrift American Libraries der ALA berichtete 2018 über das darin belegte Verhalten gegenüber Frauen. Verbreitungszahlen für Karteien fand ich keine.