The Fireproof Room

1955 · Records Vault · Werk 638 von 1.871

The Fireproof Room, 1955, Records Vault

A small records vault with a heavy insulated steel door standing open on thick hinges, steel shelving inside holding flat round tape cases in even rows, a humidity chart on a plain clip board on the wall with a pen line traced across its grid, a glass thermometer beside the door frame, concrete walls painted plain grey, a single bare bulb in a wire cage lighting the interior, seen from the doorway so the door edge and the shelves fill the frame, the room beyond the shelves fading into deep shadow.

Wofür es benutzt wurde
Ein kleiner feuerbeständiger Raum mit isolierter Stahltür, in dem die Bandrollen und die unersetzlichen Akten eines Betriebs standen; Thermometer und Feuchteschreiber gehörten dazu, weil Band nicht erst auf Feuer, sondern schon auf Wärme und Feuchte reagiert. Was auf so einem Regal lag, sagt IBM in der eigenen Werbeschrift zur 705 von 1954: 2.400 Fuß Band je Rolle, 200 Zeichen je Zoll, "a maximum capacity on one reel of more than five million characters", "equivalent to more than 60,000 punched cards on one reel of tape". Wo die Grenze solcher Bauten lag, zeigt ein Haus derselben Jahre: Das Personalaktenzentrum in St. Louis wurde 1956 fertig; eine Untersuchung der GSA im Herbst 1972 hielt ihm "the lack of overhead sprinklers" und Pappbehälter vor und nannte es "at high risk for a devastating fire". Am 12. Juli 1973 verbrannten dort schätzungsweise 16 bis 18 Millionen Militärpersonalakten.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, dass mit dem Band ein zweiter Maßstab neben den Feuerschutz trat. Ein Behälter für Papier gilt als sicher, wenn er innen unter 350 Grad Fahrenheit bleibt, und darf dabei bis 100 Prozent Luftfeuchte zulassen; für Magnet- und Filmträger verlangt die Klasse 150 höchstens 150 Grad und 80 Prozent - so die Technical Bulletins 1 und 3 des Supervisor of Public Records in Massachusetts. Deren Satz dazu: Lagerraum für Papierakten "cannot protect magnetic media from the heat of a fire or the moisture generated by fire-suppression efforts". Der Papiertresor rettet also das Papier und schützt das Band nicht, weder vor der Hitze noch vor der Feuchte, die das Löschen erzeugt.

Was die Quellen offenlassen: Zum abgebildeten Raum selbst gibt es keine Quelle. Die Bandzahlen stammen aus einer Werbeschrift und gelten nur als IBMs eigene Angabe von 1954. Die Klassengrenzen stehen in Bulletins von 1995/96 und 1999, die nur als Kopie auf der Seite eines Herstellers zugänglich waren; ob die Trennung von Papier- und Medienschutz 1955 schon festgeschrieben war, konnte ich nicht klären.

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