The Tide Gauge

1885 · Automatic Recording · Werk 644 von 1.871

The Tide Gauge, 1885, Automatic Recording

A tide gauge in a small timber hut on a harbour wall, a float riding in a stilling well below the floor connected by a fine wire over a pulley to a counterweight, the wire moving a pen across a clock-driven paper drum, the drum wrapped in a sheet of ruled graph paper carrying a single drawn curve rising and falling in slow waves over several days, the brass clockwork case beside the drum, damp floorboards, a coil of rope in the corner, a single oil lantern hung from a hook throwing its light on the drum, the harbour dark through the open door.

Wofür es benutzt wurde
Der Marégraphe von Marseille ist ein Schwimmerpegel, der den Meeresspiegel nicht nur aufzeichnet, sondern laufend mittelt. Der Kupferschwimmer hat 0,9 Meter Durchmesser und treibt über eine Untersetzung von 10:1 einen mechanischen Integrator, den „totalisateur“, der unmittelbar Mittelwerte liefert. Gebaut wurde das Gerät von Dennert & Pape in Altona nach einem Entwurf von F. H. Reitz. Die beiden Gebäude an der Corniche entstanden 1883, das Instrument wurde zwischen November 1884 und Januar 1885 montiert, die Beobachtungen begannen im Februar 1885. Zweck war nicht die Schifffahrt, sondern die Landesvermessung: Der Pegel sollte den Nullpunkt des französischen Höhennetzes festlegen. Der Fundamentalpunkt ist ein Bronzebolzen mit einer Kuppe aus Platin-Iridium, eingelassen in einen Granitblock in einer unterirdischen Kammer.
Was daran neu war
Das Besondere war der Integrator. Andere selbstregistrierende Pegel zeichneten eine Kurve, die man danach ausmessen musste; dieser addierte den Wasserstand mechanisch auf und gab den Mittelwert selbst aus. Nach Wöppelmann und Mitautoren (2014) waren damals nur drei Geräte dieser Bauart in Betrieb, und nur Marseille ist seitdem in Betrieb. Charles Lallemand nahm den Wert, gegen den die Mittelwertkurve lief, als neuen Nullpunkt der französischen Höhen; Ende 1896 wurde die Kurve seit Messbeginn ausgewertet, 1897 der Fundamentalpunkt auf 1,660 Meter festgelegt; der neue Nullpunkt liegt 71 Millimeter unter dem alten von Bourdalouë. Der Widerhaken: Das Gerät sollte eine feste Bezugshöhe liefern, und es hat gezeigt, dass es keine gibt. Die bis 1849 zurückverlängerte Marseiller Reihe ergibt für 1849 bis 2012 einen relativen Anstieg von 1,08 plus/minus 0,04 Millimeter im Jahr. Der Pegel von 1885 wird weiter gewartet und wöchentlich abgelesen.

Was die Quellen offenlassen: Der Werktitel nennt keinen Ort; die Zuordnung zum Marseiller Pegel stützt sich auf die Jahreszahl 1885, da die Werkseite auf fromsteamtosilicon.art für diesen Lauf nicht abrufbar war. Zum Messbeginn widersprechen sich die Quellen: Das IGN nennt den 1. Februar 1885, Wöppelmann und Mitautoren (2014) den 3. Februar 1885. Analoge Kurven wurden bis August 1988 gezeichnet.

Zum Weiterlesen