1871 · Individual Record Cards · Werk 690 von 1.871
Many low stacks of individual record cards of 1871 laid out on a scrubbed wooden kitchen table in a tenement flat in Berlin in winter, the cards of thin pale cream cardboard, all of one size about twenty-one centimetres by fifteen, seen only as edges and stacks, two woman's hands in dark cotton sleeves lifting a card from one pile to another, beside them a sheet of pencilled tally strokes in bundles of five, soft in focus, a brass paraffin lamp burning above the table, on the bare floorboards an open crate of unpainted pine about eighty centimetres long with hemp rope handles, packed tight with upright cards, a black iron cooking range behind, warm lamplight from above.
Wofür es benutzt wurde
Die Zählkarte war der Erhebungsbogen der preußischen Volkszählung von 1871: ein fester, etwas rauer Vordruck von der Größe eines Taschenbuchs, einer für jede Person. Der Haushaltsvorstand füllte für jedes Mitglied seines Haushalts eine Karte eigenhändig aus; der Hauptteil stellte elf Fragen, darunter punktierte Linien, auf die in ganzen Worten geantwortet wurde. Die Karten wurden eingesammelt, von den örtlichen Behörden geprüft und in Berlin von Hand sortiert und gezählt. Ernst Engel, Direktor des Königlich Preußischen Statistischen Bureaus, war einer der Urheber dieser Zählungsreform; er nannte die amtliche Statistik eine Physik der Gesellschaft und verglich sie mit einem Apparat, einem Laboratorium, einer Erdsternwarte. Gebraucht wurden dreißig Millionen Karten, und für alle Papiere der Zählung zusammen 375 Tonnen Papier.
Was daran neu war
Neu war der Übergang vom Listenblatt zur beweglichen Einzelkarte. Steht jede Person auf einem eigenen Blatt, lässt sich der Stapel nach jedem Merkmal neu ordnen, ohne etwas abzuschreiben. Was das praktisch bedeutete, zeigt das Papier: Alle Karten mussten aus demselben Material sein, gleich dick, gleich glatt, gleich schwer — haltbar genug für wiederholtes Anfassen, aber nicht so glatt, dass die Karten auseinanderrutschen. 39 Firmen schickten 1871 Muster und Angebote, geprüft auf Festigkeit, Glätte, Gewicht und schließlich auf Ascherückstand; mehr als 20 Prozent Asche erlaubte der Vertrag nicht. Der Druck dauerte über vier Monate. Der Widerhaken: Nach der Auszählung wurden die ausgefüllten Karten größtenteils als Altpapier an die Papierindustrie verkauft.
Was die Quellen offenlassen: Die Quelle sagt nicht, dass Engel die Karte entworfen hat; sie nennt ihn Direktor des Bureaus und einen der Urheber der Zählungsreform. Die elf Fragen führt sie nicht einzeln auf. Der Stichtag der Zählung von 1871 wurde nicht geprüft und steht hier deshalb nicht.