1903 · Ethnographic Census Volume · Werk 695 von 1.871
A thick quarto volume of 1903 lying closed and flat on a teak table in a colonial survey office in Calcutta, the book thirty centimetres tall, its front cover plain grey paper-board worn smooth from edge to edge, its spine turned away from the lens, the edges of its paper tropically browned, tucked into the back of the book a large map of linen-backed paper folded shut into a thick packet with worn creases, its outer face bare browned linen, in the foreground beside the book a pair of brass spreading calipers with curved arms and a steel sliding caliper, a stack of folded petitions tied with tape held down by a river stone, a cloth punkah fan hanging from the ceiling, sunlight falling in stripes through slatted shutters from the right, whitewashed wall.
Wofür es benutzt wurde
Die Volkszählung von Britisch-Indien erfasste im März 1901 rund 294 Millionen Menschen. Der Bericht erschien 1903 beim Superintendent of Government Printing in Kalkutta, verfasst von Herbert Hope Risley und Edward Albert Gait. Erhoben wurden Bevölkerung, Alter, Geschlecht, Religion, Bildung, Beruf, Gebrechen, Sprachen und Kaste, dazu Rückblicke auf Hungersnöte, Cholera und Malariafieber aus früheren Zählungen. Risley, der Zählungskommissar, trieb dabei weiter, was schon die Zählung von 1891 versucht hatte: Er ließ die Kasten nicht nur zählen, sondern ordnen — nach ihrem Rang in der gesellschaftlichen Anerkennung, Provinz für Provinz, mit Heiratskreisen und Tischgemeinschaft als Maßstab. Dazu kamen Körpermessungen; der Nasenindex, das Verhältnis von Nasenhöhe zu Nasenbreite, galt ihm als beständiges Rassenmerkmal.
Was daran neu war
Neu war das Ausmaß, in dem die Kategorie, die gezählt wurde, durch das Zählen selbst verändert wurde. Risleys Rangordnung kam bei den Gezählten nicht als Auskunft an, sondern als Urteil, gegen das man Einspruch erheben kann — und das taten sie. Die ausführlichste Eingabe kam von den Khatri aus dem Punjab und den United Provinces, die sich gegen die Einordnung als Vaishya wandten; Risley stufte sie als Kshatriya um, andere Eingaben wurden ähnlich behandelt. Unterschieden hat er 2.378 Hauptkasten und -stämme sowie 43 Rassen oder Nationalitäten. Der Widerhaken: Die Zählung schuf damit einen Anreiz, sich als Gruppe zu organisieren, um die eigene Einstufung zu verbessern. Der Historiker Bernard Cohn hielt die rassische Deutung der Kaste für Risleys eigene theoretische Agenda; die Stichproben hinter den Messungen umfassten 30 bis 100 Personen und waren nach UCLA-Darstellung so gewählt, dass sie zu seiner Theorie von sieben Rassentypen passten.
Was die Quellen offenlassen: Risleys Bericht wurde nicht im Original eingesehen; Titel, Jahr und Einwohnerzahl stammen aus dem Katalogeintrag des Internet Archive zum Originaldruck. Die Angaben zu den Eingaben und zu 2.378 Kasten stammen aus einer Abschlussarbeit von 2012 (ICLS Senior Thesis) und sind nicht gegengeprüft. Cohns Urteil ist nach der Darstellung der UCLA wiedergegeben, nicht nach Cohns eigener Veröffentlichung.