The Ahnenpass

1933 · Ancestry Proof Booklet · Werk 699 von 1.871

The Ahnenpass, 1933, Ancestry Proof Booklet

A Protestant parish office in central Europe in 1933, on a dark oak table a heavy leather-bound church register of the eighteenth century lying open and soft in focus at a flat angle, in front of it a slim booklet of plain unmarked blue card, 13.5 by 20.5 centimetres, thread-sewn along the left edge, lying closed with its back cover up, beside it a stack of closed blue booklets seen from the fore-edge, a black tin ink pad box with its lid shut, the pastor's hands in black wool sleeves on the register, a shelf of leather spines behind, bare plastered walls painted pale grey, side light from a tall window on the left.

Wofür es benutzt wurde
Der Ahnenpass war ein gedrucktes Heft, in dem Deutsche ihre Vorfahren nachweisen konnten. Verlangt wurde das zuerst von Beamten: Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 führte den sogenannten Arierparagraphen ein, und wer im öffentlichen Dienst blieb, musste seine Abstammung belegen. Im Frühjahr 1933 folgten Ärzte und Rechtsanwälte, mit den Nürnberger Gesetzen von 1935 wurde der Nachweis auf alle Bürger ausgeweitet. Eingetragen wurden Geburt, Heirat und Tod der Vorfahren, abgeglichen mit den Kirchenbüchern eines Pfarramts und bestätigt von einem Standesamt. Das Blanko-Exemplar des Museums Wolmirstedt hat 52 Seiten und Vordrucke für die Ahnen bis zur fünften Generation. Die NSDAP verlangte von ihren Mitgliedern den Nachweis bis 1800 zurück.
Was daran neu war
Neu war, dass der Abstammungsnachweis zur Bedingung für Beruf und Ehe wurde und dass er dafür ein vorgedrucktes Heft erhielt, das Verlage verkauften und das amtlich beglaubigt werden konnte. Dabei stützte sich die Rassenpolitik des Staates großenteils auf Bücher, die er nicht selbst geführt hatte: Die Angaben stammten gewöhnlich aus Kirchenbüchern, die Pfarrer über Generationen angelegt hatten. Das Deutsche Historische Museum schreibt, die Zahl der Sippenforscher sei stark gewachsen.

Was die Quellen offenlassen: Die beiden eingesehenen Museumsobjekte datieren und zuschreiben verschieden: Museum Guntersblum verzeichnet Franz Eher Nachfolger, München, 1934 bis 1945, 48 Seiten (den Reichsverband der Standesbeamten ab 1934 nennt nur seine aus Wikipedia übernommene Beschreibung), Museum Wolmirstedt einen Dortmunder Privatverlag, 52 Seiten und nur "1930er Jahre". Es gab mehrere Verlage und Ausgaben. Weder eine Auflagenzahl noch der erste Herausgeber waren zu belegen.

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