The Rwandan Identity Card

1933 · Colonial Registration Booklets · Werk 700 von 1.871

The Rwandan Identity Card, 1933, Colonial Registration Booklets

A registration table of the colonial administration in Rwanda in 1933, under the shaded porch roof of a low mud-brick building, on a folding wooden camp table a large register volume lying open at a slant and soft in focus, its pages a grid of fine ruled lines, beside it an open wooden crate fifty centimetres long filled with closed booklets of plain unmarked pale card seen from the fore-edge, a dip pen on the table, hard midday light on the red earth outside, green hills in haze, waiting people in plain cotton wraps seen from behind against the light, bare mud-plastered walls.

Wofür es benutzt wurde
Das war der Ausweis, den in Ruanda jeder Erwachsene bei sich tragen musste und in dem die Gruppenzugehörigkeit eingetragen war: Hutu, Tutsi oder Twa. Eingeführt hat ihn die belgische Kolonialverwaltung. Human Rights Watch schreibt, das System sei in den 1930er Jahren in Kraft gesetzt worden, wobei jeder Ruander seine Gruppenzugehörigkeit selbst erklären musste. Die Angaben wurden bei den lokalen Behörden gesammelt und auf den Ausweisen vermerkt, Neugeborene wurden bei der Geburt eingetragen. Etwa 15 Prozent erklärten sich als Tutsi, 84 Prozent als Hutu und ein Prozent als Twa. Nach der Revolution und der Republikgründung blieb der Eintrag. Human Rights Watch schreibt, die Ausweise, die den Tutsi einst Vorrechte gesichert hatten, hielten sie nun von Arbeit und Ausbildung fern.
Was daran neu war
Neu war nicht der Ausweis, sondern was er festschrieb. Aus einer beweglichen gesellschaftlichen Zuordnung wurde ein fester Verwaltungseintrag. Human Rights Watch beschreibt, wie das zustande kam: Äußere Merkmale halfen nur teilweise, die Abstammung war der beste Anhaltspunkt, aber aufwendig und manchmal ungenau. Also ließ man jeden seine Gruppe einmal selbst erklären und schrieb das Ergebnis fest. Danach erbten Kinder den Eintrag des Vaters, bei unehelichen Kindern den der Mutter. Ein Wechsel der Gruppe wurde schwieriger, aber nicht unmöglich. Die verbreitete Erzählung, wer zehn Rinder oder mehr besaß, sei als Tutsi eingetragen worden, hält Human Rights Watch für falsch: Steuerregeln der 1930er Jahre unterschieden nach Viehbesitz, das Registrierungsverfahren nicht. 1994 ließen Milizen an Straßensperren diese Karten zeigen, um Tutsi herauszusuchen und zu töten.

Was die Quellen offenlassen: Human Rights Watch datiert die Einführung nur auf "die 1930er Jahre", nicht auf 1933 wie der Werktitel. Zur Verwendung 1994 schweigt dieses Kapitel. Die Straßensperren belegt das Canadian Museum for Human Rights, das die Zahl der getöteten Tutsi ausdrücklich als Schätzung von 800.000 bis einer Million angibt.

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