The sorting table of a small-town post office in the United States in the early morning of a November day in 1937, on the worn wooden table rows of tall stacks of oversized folded double cards of pale card stock tied into bundles with white cotton string and seen only from their edges, beside them a mail carrier's brown leather shoulder satchel packed full with more bundles, behind the table a wooden pigeonhole sorting case with dozens of open compartments for the delivery routes, a ball of string on the table, warm light from enamel pendant lamps, dark windows before dawn, plank floor, the mail carrier seen from behind in a dark blue-grey wool coat and peaked cap.
Wofür es benutzt wurde
Das war eine doppelte Postkarte mit vierzehn Fragen, die die amerikanische Post am 16. November 1937 an jeden Haushalt zustellte. Der Kongress hatte im August 1937 eine landesweite freiwillige Registrierung der Arbeitslosen beschlossen. Franklin D. Roosevelt erklärte sie am 14. November 1937 in einer Radioansprache: Der Briefträger werde die Karte an der Tür hinterlassen, zurückgeschickt werden solle sie ohne Briefmarke und Umschlag bis zum 20. November, Mitternacht. Ausfüllen sollten sie nur Arbeitslose und teilweise Beschäftigte, die arbeitsfähig waren und Arbeit suchten. Roosevelt nannte die Erhebung ausdrücklich "a wholly voluntary census" und "purely and simply a fact-seeking census", also kein Antrag auf Unterstützung und keine Anmeldung für eine Stelle.
Was daran neu war
Nicht die Postkarte war neu, sondern ihre Kontrolle. Eine freiwillige Selbstanmeldung lässt sich nicht als Quote lesen, weil niemand weiß, wer sich nicht gemeldet hat. Die Statistiker des Census Bureau sahen darin nach Darstellung von David Card "serious problems in interpreting the results". Also schickte man dieselben Briefträger ein zweites Mal los, nun als Befrager für eine Stichprobe, die Enumerative Check Census. Dafür wurden die rund 92.000 Postrouten zu 9.596 Blöcken von je 50 Routen zusammengefasst und Block Nummer 42 ausgewählt. Card nennt das Ergebnis die erste wissenschaftlich konstruierte landesweite Stichprobe des Census Bureau, die erste Erhebung mit dem modernen Erwerbspersonenkonzept und die erste Veröffentlichung des Bureau mit Konfidenzintervallen: im Januar 1938 eine Arbeitslosenquote von 20,2 Prozent, plus oder minus 0,9. Die Kontrollstichprobe wurde zur Grundlage der Arbeitslosenstatistik.
Was die Quellen offenlassen: Card schreibt das Stichprobendesign keiner Person zu, sondern allgemein den Statistikern des Census Bureau. Als Verfasser des Abschlussberichts nennt er Calvert Dedrick und Morris Hansen. Wie viele Karten zurückkamen, nennt er nicht. Das Wort Postkarte steht bei ihm nicht, wohl aber bei Roosevelt.