The Reference Book

1952 · Pass Book · Werk 711 von 1.871

The Reference Book, 1952, Pass Book

A small worn cloth-bound book in the breast pocket of a work jacket at a bus stop on the edge of a township in the Transvaal in South Africa in the early morning of 1952, the book closed, sixteen centimetres tall and nine centimetres wide, bound in blue linen, the cover worn smooth and plain, page edges yellowed, its upper half rising out of the pocket of a faded khaki drill jacket, the wearer seen from behind over his shoulder, his hand resting flat on the pocket, a red dirt road, a corrugated iron shelter, waiting men in caps and coats seen from behind and soft in focus, dusty golden backlight from the low sun.

Wofür es benutzt wurde
Das Reference Book war ein Ausweisbuch, das schwarze Südafrikaner stets bei sich tragen mussten. Eingeführt hat es der Natives (Abolition of Passes and Co-ordination of Documents) Act, Act 67 von 1952. Nach Darstellung von South African History Online ersetzte das Gesetz die bisherigen Papiere der Männer durch ein einziges Dokument, das Identität, Arbeit, Wohnort, Steuerzahlung und gegebenenfalls die Erlaubnis für städtische Gebiete festhielt. Die Reader's Digest Illustrated History of South Africa beschreibt es 1989 als "96 pages thick", in grüner oder brauner Standardausgabe, und schreibt, es habe von allen Afrikanern jederzeit mitgeführt werden müssen. Ein Bericht einer Regierungskommission von 1955 nannte es das Reference Book, "that may be compared to a passport" - einen Pass für Wege im eigenen Land.
Was daran neu war
Neu war nicht der Pass. Passgesetze gab es lange vorher, und der Titel des Gesetzes versprach, sie aufzuheben. Neu war die Zusammenfassung: aus mehreren einzelnen Papieren wurde ein Buch, in dem sich alles in einem Griff prüfen ließ, Identität, Arbeit, Wohnrecht und Steuern. Darin liegt der Widerhaken. Dasselbe Gesetz, das die Abschaffung der Pässe im Namen trug, sah nach Darstellung von South African History Online vor, dass afrikanische Frauen zu einem noch nicht festgelegten Zeitpunkt erstmals Reference Books tragen mussten. Im September 1955 kündigte die Regierung die Ausgabe an Frauen ab Januar 1956 an. Am 22. März 1956 erhielten in Winburg im Freistaat 1.429 Frauen ihre Bücher, zunächst ohne nennenswerten Widerstand. In der Woche darauf sprach Lilian Ngoyi im Ort, und Frauen aus Winburg verbrannten ihre neuen Bücher vor dem Magistratsgebäude. Sie wurden festgenommen und angeklagt. Bis September 1956 hatten die Behörden 37 kleinere Orte besucht und 23.000 Bücher ausgegeben.

Was die Quellen offenlassen: Die Seitenzahl 96 steht nur in einem Nachschlagewerk von 1989, zitiert im Dictionary of South African English. Eine amtliche Angabe dazu habe ich nicht gefunden. Das genaue Datum des Gesetzes nennen die eingesehenen Seiten nicht, nur das Jahr 1952. Gesamtzahlen zu Festnahmen wegen der Passgesetze enthalten sie ebenfalls nicht.

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