The Marteloio Table

1436 · Rhumb Line Reckoning Table · Werk 761 von 1.871

The Marteloio Table, 1436, Rhumb Line Reckoning Table

A sheet of parchment of 1436 open on a sloping writing desk in the workroom of a galley officer in Venice, the sheet twenty-six by thirty-nine centimetres, seen along the desk at a flat angle, on it a large circle of fifteen centimetres in fine brown and red lines radiating from one centre with a square grid of finer lines inside it, beside the circle a thirty-two pointed star in green, red, blue and gold, the upper edge of the sheet falling away from the lens soft in focus, brass dividers and a small horn pot of red pigment, daylight from a window on the left, a sleeve of dark red cloth.

Wofür es benutzt wurde
Die toleta de marteloio war die Rechenhilfe des Steuermanns, wenn Gegenwind ihn vom gewünschten Kurs abtrieb. Aus Kurswinkel und gesegelter Strecke las er ab, wie weit er abgekommen war (alargar), wie weit er auf der gewünschten Linie vorangekommen war (avanzar) und mit welchem Kurs und welcher Strecke er zurückfand (ritorno). Die Tafel ist nach den 8 Viertelwinden eines Quadranten geordnet, von 11,25 Grad bis 90 Grad, und rechnet mit einem Kreis von 100 Einheiten. Auf dem Blatt Raxon de Marteloio im Atlas des Venezianers Andrea Bianco, datiert M.CCCC.XXX.vj, stehen die Tafel, drei Nebentafeln für die Zehnerteilung und die Figur tondo e quadro.
Was daran neu war
Die Tafel ersetzte Trigonometrie durch Nachschlagen: gerechnet wurde mit Vielfachen und Zehnteln, nicht mit Winkelfunktionen. Erste war Biancos Blatt damit nicht. M J Ferrar führt in seiner Untersuchung von 2014 ein Genueser Inventar von 1390 mit einem unum martelogium an, die Handschrift des Michael von Rhodos von 1434 mit Tafel und Rechenbeispielen; dazu kommt eine florentinische Rechenhandschrift mit einer Segeltafel, die nur allgemein auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert ist. Ferrar urteilt zugleich, die Werte seien gerundete Entsprechungen von Sinus und Kosinus und führten das Schiff deshalb nicht genau auf die 100 Einheiten zurück, und die Kopfrechnung verlange bei mehreren Schlägen wohl viel vom Seemann; Biancos Blatt selbst enthält Schreibfehler, etwa 5 1/12 statt 5 1/2 für den zehnten Teil von 55.

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