1928 · Selenium Dry-Plate Rectifier · Werk 808 von 1.871
A selenium rectifier stack of 1928 on a pale wooden workbench in a factory in Nuremberg, a compact stack seven centimetres long of about twenty square plates three and a half centimetres across with rounded corners, rust-brown to dark red-brown, with thin dark washers between them, on a central bolt with a bright brass nut and a solder tag at one end, beside it a tin tray of loose plates with a matt grey centre and a bright rim, a charger housing of black sheet steel with its back open, hands in grey smock sleeves setting a plate onto the bolt, skylight from the upper left.
Wofür es benutzt wurde
Nach dem Handbuch der Federal Telephone and Radio Company (2. Auflage 1953) wurde der Selengleichrichter 1928 von einem europäischen Partnerunternehmen der International Telephone and Telegraph entwickelt; binnen kurzer Zeit waren 88 Prozent der im Ausland verwendeten Metallgleichrichter Selengleichrichter. Federal brachte ihn 1938 auf den amerikanischen Markt und 1946 einen Stapel für Rundfunk- und Fernsehempfänger. Gebraucht wurde er in Ladegeräten für 2- und 6-Volt-Batterien, in Anodenstromversorgungen von Heimempfängern, Kofferradios, Fernsehgeräten und Plattenspielern, für Relais und Hubmagnete, in Büromaschinen und Elektrorasierern sowie industriell von der Galvanik bis zum Zyklotron (etwa 50.000 Volt bei 5 mA).
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Schichtaufbau: kein Heizfaden, keine bewegten Teile. Gereinigtes Selen mit Zusatz von Brom, Chlor oder Jod wird unter Hitze und Druck auf eine aufgerauhte, meist vernickelte Aluminiumplatte gebracht und auskristallisiert; darüber kommt eine künstliche Sperrschicht und eine Deckelektrode aus einer Legierung, etwa Zinn, Kadmium und Wismut. Die Sperrschicht selbst wird gebildet, indem pulsierender Gleichstrom bei geregelter Temperatur in Sperrrichtung angelegt wird. Der Widerhaken: Das Verfahren hielt schon kurz nach 1928 im Ausland 88 Prozent der Metallgleichrichter, brauchte aber 10 Jahre bis in die USA - und für die Rundfunk- und Fernsehtypen galt eine höchste Zellentemperatur von 85 Grad Celsius.
Was die Quellen offenlassen: Das Handbuch des Herstellers nennt den Erfinder nicht, sondern nur "ein europäisches Partnerunternehmen" der IT&T; ein Name ist hier nicht belegt. Die Zahl von über 35 Millionen gelieferten Einheiten bis 1953 gilt nach dem Handbuch für die 1946 eingeführte Rundfunk- und Fernsehbaureihe, nicht für Selengleichrichter überhaupt.