1948 · European Point-Contact Transistor · Werk 816 von 1.871
An experimental set-up of 1948 on a workbench in a converted house in a suburb of Paris, a small brass base with a matt grey germanium chip five millimetres across, above it two needle-fine metal points on two small adjusting arms with knurled screws, a magnifying lens on a jointed arm above them, beside it an oscilloscope in a grey steel case with a round screen showing a single bent curve, a row of small cartridges in a wooden strip, a small glass bottle of resin, hands in a grey work coat sleeve at an adjusting arm, a tall window with glazing bars, winter morning light, a tiled stove soft behind.
Wofür es benutzt wurde
Herbert Mataré und Heinrich Welker bauten den Germanium-Spitzenkontakt-Verstärker bei der Compagnie des Freins et Signaux Westinghouse, einer Westinghouse-Tochter; ihr Labor lag nach dem Bericht in IEEE Spectrum in einem Steinhaus mit 2 Geschossen in Aulnay-sous-Bois bei Paris. Die Geräte wurden als Verstärker im französischen Fernsprechnetz eingesetzt, zuerst auf der Leitung Paris-Limoges; PTT-Minister Eugène Thomas führte sie auch in Rundfunkempfängern vor. Mataré zeigte Shockley und Brattain später Telefonverstärker, mit denen Verbindungen bis Algier gelangen. Die Germanium-Gleichrichterfertigung desselben Labors erreichte Tausende Stück im Monat.
Was daran neu war
Nach Darstellung des Computer History Museum stellten die beiden Anfang 1948 unabhängig von Bell einen Germaniumverstärker mit 2 Spitzenkontakten her, während sie eine Erscheinung untersuchten, die Mataré "Interferenz" nannte. Die Firma reichte die französische Patentanmeldung am 13. August ein, unter einem Titel, der mit "Nouveau système cristallin à plusieurs électrodes" beginnt - also nach der Bekanntgabe von Bell im Juni 1948. Der Widerhaken: der technische Vorteil wurde nicht genutzt. Frankreich wandte sich nach Hiroshima der Kernphysik zu, die Unterstützung ließ Anfang der 1950er Jahre nach, Welker ging 1951 zu Siemens, Mataré gründete 1952 Intermetall - und die Industrie ging zum Flächentransistor und zum Silizium über.
Was die Quellen offenlassen: IEEE Spectrum nennt den 13. August als Tag der Anmeldung beim Ministerium für Industrie und Handel, das Computer History Museum nur, dass die Anmeldung nach der Bekanntgabe von Bell im Juni 1948 erfolgte. Das ist kein Widerspruch. Eine Stückzahl für den Transistron selbst nennt keine der geöffneten Quellen; die Tausende im Monat gelten für Germanium-Gleichrichter.
Zusammenhänge
Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.
Parallel zuHeard and Seen1947Das Computer History Museum nennt den Spitzentransistor von Mataré und Welker (Paris 1948) eine unabhängige Erfindung: Vom ähnlichen Verstärker der Bell Labs erfuhren beide erst einen Monat nach ihren reproduzierbaren Ergebnissen vom Juni 1948. Beide kamen aus der deutschen Radarforschung: Mataré baute bei Telefunken Silizium- und Germaniumgleichrichter, Welker reinigte in München Germanium.Beleg: Computer History Museum, The Silicon Engine: 1948 - The European Transistor Invention