1956 · Germanium Phototransistor · Werk 828 von 1.871
A tiny phototransistor of 1956 on the workbench of a radio amateur in England in the evening, a hand in a grey jumper sleeve holding with tweezers a small glass tube one centimetre long, two thirds of it lacquered a plain smooth sky blue, its head clear glass with a rounded lens tip, a narrow brown-red ring at its base with three thin silvery wires, the clear tip held into the cone of light of a desk lamp, below it green felt, a small perforated board with a tiny glowing bulb, a soldering iron in its wire stand, a pocket knife, lamp light from the right.
Wofür es benutzt wurde
Der Phototransistor ist ein Transistor, der statt vom Emitterstrom vom Licht gesteuert wird. Erfunden hat ihn John N. Shive bei Bell Telephone Laboratories; der Bell Laboratories Record von Mai 1950 beschreibt das Bauteil als Zylinder etwa von der Größe einer Patrone im Kaliber .22, mit einer Germaniumscheibe, die an der Kontaktstelle nur 3 Tausendstel Zoll dick ist. Als mögliche Anwendung nennt derselbe Artikel die Fernwahl im Bell-System, daneben die bestehenden Fotozellen-Anwendungen: automatische Türen, Fernsehen, Tonfilm, Bildtelegrafie, Industrie. Auf den Markt gebracht hat ihn nicht Bell, sondern die Radio Receptor Company in Brooklyn: Das Transistor Museum führt den Typ RR66 als Germanium-PNP-Legierungs-Phototransistor, verfügbar ab Mitte 1954, mit der Zweckangabe Lichterkennung und Schalten; eine Anzeige in den Proceedings of the IRE von August 1954 nannte als Anwendungen unter anderem Industriesteuerungen, Lochkarten- und Lochstreifenleser, Straßenlichtsteuerung, Tonfilm, Einbruchmelder, automatische Türöffner und Zähler; Bauform ein Metallsockel mit klarer Glaskappe, 3/8 Zoll Durchmesser.
Was daran neu war
Gegenüber der Fotozelle fiel alles weg, was Vakuumtechnik heißt: kein Kolben, kein Gitter, keine geheizte Kathode. Der Bell Laboratories Record von Mai 1950 nennt als Vorteil die hohe Leistungsabgabe für ein lichtelektrisches Bauteil, in manchen Fällen genug, um einen Schalter unmittelbar zu betätigen, ohne die sonst meist nötige Vorverstärkung. Dazu gutes Ansprechen auf schnell schwankendes Licht, besondere Empfindlichkeit im Spektrum gewöhnlicher Glühlampen, niedrige Impedanz und kleine Bauform. Die Quelle bleibt dabei zurückhaltend: Das Gerät sei noch im Versuchsstadium und solle bestehende Fotozellen nicht verdrängen, so wie der Transistor Röhren nicht ersetzen, sondern ergänzen solle. Zwischen dieser Zurückhaltung und dem ersten Markttyp lagen 4 Jahre, und der kam von einer kleinen Firma in Brooklyn, nicht von Bell oder Western Electric.
Was die Quellen offenlassen: Das Jahr 1956 ließ sich nicht belegen. Belegt sind Mai 1950 (Shive, Bell Laboratories Record) und Mitte 1954 (RR66, erster vermarkteter Phototransistor nach dem Transistor Museum). Für den Mullard OCP71 behauptet nur eine selbstveröffentlichte Seite das Jahr 1956, die an anderer Stelle nachweislich falsch datiert; das Museum of Technology datiert den OCP71 auf die 1960er Jahre. Empfindlichkeitswerte, Preise und Stückzahlen sind nicht belegt.